Volksbanken wollen selbst über Dividende entscheiden

Reutlingen (dpa/lsw)  Der Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands, Roman Glaser, kritisiert die Aufforderung der Europäischen Zentralbank, wegen der Corona-Pandemie auf Ausschüttungen zu verzichten. «Unsere Position ist nach wie vor, dass es in der Hoheit der General- oder Vertreterversammlung liegt, ob eine Dividende ausbezahlt wird oder nicht. Mit dieser Erwartung der Aufsichtsbehörden ist Genossenschaftsrecht tangiert», sagte Glaser dem «Reutlinger General-Anzeiger» (Samstag). Zudem gehe es um die Verwendung von Gewinnen für das Jahr 2019. Deshalb kämpfe der Genossenschaftsverband dafür, dass entsprechende Beschlüsse gefasst werden könnten.

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Trotz der Corona-Krise legten die 168 Volksbanken und Raiffeisenbanken im Südwesten im ersten Halbjahr im Kundengeschäft zu. Die Kundenforderungen sind demnach um 2,7 Prozent auf 111,6 Milliarden Euro gestiegen. Bei den Kundeneinlagen hat es Glaser zufolge ein Plus von 2,5 Prozent auf 136,3 Milliarden Euro gegeben. Zudem seien rund 5000 Förderkredite an die bundeseigene KfW und die landeseigene L-Bank mit einem Volumen von 1,75 Milliarden Euro weitergeleitet worden. Man habe aber auch mal an der richtigen Stelle Nein gesagt, «denn auch der günstigste Kredit muss zurückbezahlt werden».


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