Studie: Gründer sammeln weniger Geld von Investoren ein

Stuttgart (dpa/lsw)  Firmengründer in Baden-Württemberg haben im Corona-Jahr 2020 deutlich weniger Geld von Investoren eingesammelt als 2019. Der Südwesten lag zudem weiter mit deutlichem Abstand hinter den deutschen Start-up-Hochburgen Berlin und Bayern. Und auch nach Nordrhein-Westfalen ging wie im Vorjahr mehr Geld, wie aus einer Studie der Beratungsgesellschaft EY hervorgeht, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

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Euro-Banknoten liegen auf einem Tisch.

Den Zahlen zufolge steckten Investoren rund 155 Millionen Euro in baden-württembergische Start-ups. Das war ein gutes Viertel weniger als 2019 und zudem ein Anteil von etwa drei Prozent am Gesamtvolumen der Start-up-Investitionen in Deutschland.

Start-ups sind auf Geld von Investoren angewiesen, da sie in aller Regel noch keinen Gewinn schreiben. Fonds und große Firmen stecken Kapital in verheißungsvolle Firmen in der Hoffnung, dass sich deren Geschäftsideen durchsetzen und ihnen üppige Profite bescheren. Start-ups gelten als wichtiger Innovationstreiber für die Wirtschaft. Die Corona-Krise hat den langjährigen Aufschwung der Szene gedämpft und jungen Firmen die Geschäfte erschwert. Um Schaden abzuwenden, unterstützt die Bundesregierung Start-ups mit Milliarden. Auch in Baden-Württemberg gibt es spezielle Programme.

Deutschlandweit erhielten Start-ups im vergangenen Jahr 5,3 Milliarden Euro von Investoren und damit 15 Prozent weniger als im Rekordjahr 2019, zeigt die Studie. Große Deals über 100 Millionen Euro gab es seltener. Die 5,3 Milliarden waren aber der zweithöchste Wert der vergangenen Jahre, und es kamen auch mehr Start-ups an Investorengeld: Die Zahl der Finanzierungsrunden stieg bundesweit um sechs Prozent auf 743 - ein Höchststand. In Baden-Württemberg hingegen ging sie zurück, um 17 Prozent auf 34.


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