SAP-Aufsichtsratschef Plattner kandidiert erneut

Walldorf (dpa)  SAP-Aufsichtsratschef und -Mitgründer Hasso Plattner will mit einer weiteren Amtszeit im Kontrollgremium noch länger die Strippen im Unternehmen ziehen. Plattner sagte anlässlich der virtuellen Hauptversammlung in Walldorf am Mittwoch, er werde im Jahr 2022, wenn seine aktuelle verkürzte Wahlperiode auslaufe, ein letztes Mal zur Wiederwahl für zwei Jahre antreten. SAP sei gegenwärtig in einer sehr wichtigen und kritischen Phase, sagte der 77-Jährige, der die Hauptversammlung von Kalifornien aus verfolgte, weil er infolge der Corona-Pandemie nicht reisen konnte.

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Hasso Plattner, Aufsichtsratsvorsitzender des Softwarekonzerns SAP.

Plattner hatte SAP 1972 mit anderen zusammen gegründet - darunter auch Dietmar Hopp. Der Aufsichtsratsvorsitzende sagte, über die Nachfolge solle zu gegebener Zeit informiert werden. Plattner betonte zugleich, jetzt sei Stabilität besonders wichtig.

SAP-Vorstandschef Christian Klein verteidigte bei der virtuellen Versammlung den teuren Strategieschwenk des Softwarekonzerns vor den Aktionären noch einmal. Den Fokus noch stärker auf sogenannte Cloud-Dienste zu richten und dafür viel Geld zu investieren, sei richtig und im Sinne der Kunden gewesen, trotz der Auswirkungen auf die Bilanz und den Aktienkurs, sagte Klein bei der Online-Hauptversammlung. «Wir können den Erfolg unserer Kunden und unser Wachstumspotenzial nicht opfern, um kurzfristig unsere Marge zu optimieren», betonte er. «Das würde langfristig das Vertrauen in die SAP zerstören.»

Die SAP-Aktie war im vergangenen Herbst regelrecht abgestürzt, nachdem der Konzern seine ursprünglich ausgegebenen Ziele zusammengestrichen hatte. Er wisse, dass das für die Aktionärinnen und Aktionäre nicht leicht gewesen sei, versicherte Klein. Aber eine nachhaltige Wertsteigerung habe absoluten Vorrang. «2020 war trotz der Corona-Krise ein erfolgreiches Jahr», betonte er. «Und das soll auch für 2021 gelten.»

Unter dem Strich hatte SAP im vergangenen Jahr 5,28 Milliarden Euro und damit 57 Prozent mehr als im Jahr davor verdient, obwohl der Konzern mit der Corona-Krise zu kämpfen hatte. Allerdings war der Gewinn im Jahr 2019 durch hohe Summen für einen Stellenabbau belastet worden. Und wegen des Kursrückgangs fielen 2020 nicht mehr so hohe Ausgaben für die aktienbasierte Vergütung der Mitarbeiter an. Die Dividende fällt nach der Zustimmung der Aktionäre mit 1,85 Euro je Aktie um 27 Cent höher aus.

© dpa-infocom, dpa:210512-99-568726/4


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