IHK-Umfrage: Zuversicht, aber Verunsicherung in Betrieben

Stuttgart (dpa/lsw)  Die Folgen der Coronavirus-Pandemie haben die Wirtschaft im Südwesten hart getroffen. Eine neue Umfrage zeigt nun einen Aufwärtstrend. Dennoch bleibt die Stimmung angespannt.

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Die Stimmung bei den Unternehmen im Südwesten wird allmählich besser, die Verunsicherung durch die Coronakrise bleibt einer aktuellen IHK-Umfrage zufolge aber groß. So lassen die am Mittwoch veröffentlichten Ergebnissen der regelmäßigen Konjunktur-Erhebung des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages (BWIHK) zwar einen eindeutigen Aufwärtstrend erkennen. Der Weg zurück zur Normalität bleibe aber steinig und lang, sagte BWIHK-Vizepräsidentin Marjoke Breuning. «Unsere Unternehmen spüren, dass es langsam wieder aufwärts geht. Aktuell wieder steigende Infektionszahlen schüren jedoch die Verunsicherung», betonte sie.

In der Umfrage bewerteten immer noch 29 Prozent der rund 3800 befragten Unternehmen ihre aktuelle Lage als schlecht. Im Sommer hatten das allerdings mehr als 40 Prozent getan. Ebenfalls 29 Prozent rechnen inzwischen mit einer positiven Entwicklung in den kommenden Monaten. Im Sommer waren es 22 Prozent.

Etwa jedes vierte Unternehmen gab an, wieder auf Vorkrisenniveau oder gar darüber zu arbeiten. Ein Drittel geht davon aus, das im kommenden Jahr schaffen zu können. Auch die Pläne für Investitionen und die Einstellung zusätzlicher Mitarbeiter fallen optimistischer aus als noch im Sommer - bleiben insgesamt aber auf niedrigem Niveau.

Die Industrie im Südwesten hat sich laut Umfrage inzwischen wieder ein gutes Stück aus dem Tiefpunkt des Corona-Tals herausgearbeitet, die Geschäfte im Handel haben sich stabilisiert, auch die Stimmung im Dienstleistungsbereich ist wieder besser. In der Hotel- und Gastrobranche hingegen bleiben die Aussichten laut Umfrage ausgesprochen düster. Weiterhin auf hohem Niveau und von Corona nur vergleichsweise wenig beeinträchtigt laufen die Geschäfte in der Baubranche.

Der Weg aus der Krise werde kein Selbstläufer sein, teilte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) mit. Sie forderte ein langsames Umsteuern von einer kurzfristigen Konjunkturpolitik hin zu einer Wachstumspolitik, die sich an digitalen und ökologischen Herausforderungen orientiere. Es gelte nun, den Aufschwung zu stabilisieren.


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