Ertragslage geschönt? Angeklagte werden befragt

Mannheim (dpa/lsw)  Ein undurchschaubares Netzwerk von Tochter-Gesellschaften soll zwei Managern der Hess AG Scheinbuchungen in Millionenhöhe ermöglicht haben. Sie flogen auf und müssen sie sich den Fragen des Gerichts stellen.

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Das Logo des Leuchtenherstellers Hess.

Der Prozess um Manipulation von Geschäftsberichten des früheren Leuchttechnik-Anbieters Hess AG wird heute (10.00 Uhr) mit der Befragung der Angeklagten fortgeführt. Vor dem Landgericht Mannheim hatten zwei der Beschuldigten zum Auftakt persönliche Angaben gemacht. Auf dem Programm der Großen Wirtschaftskammer stehen nun der persönliche Werdegang des dritten Beschuldigten und die Befragung aller zur Sache. Bei zwei der Beschuldigten handelt es sich um Ex-Vorstände der Firma aus Villingen-Schwenningen. Diese sollen laut Anklage mittels eines Geflechts verbundener Unternehmen, die sich gegenseitig Scheinrechnungen zuschoben, die Schieflage des Unternehmens verschleiert haben.

Das Ziel der mutmaßlichen Bilanzmanipulation der beiden Beschuldigten war, mehr Umsätze zu generieren und Erträge zu erhöhen, vor allem mit Blick auf den geplanten Börsengang des Familienunternehmens Ende 2012. Die Bilanz 2011 und die Konzernzwischenbilanzen 2012 hätten eigentlich rote Zahlen ausweisen müssen, wenn die Vorstände nicht die Scheingeschäfte getätigt hätten, wie die Staatsanwaltschaft erläuterte.

Den beiden Hauptangeklagten wird gemeinschaftliche Verletzung der ordentlichen Buchführungspflicht, Marktmanipulation, schwere Untreue, Kreditbetrug und unrichtige Darstellung nach dem Handelsgesetzbuch vorgeworfen. Der dritte Angeklagte soll die beiden unterstützt haben. Die Große Wirtschaftskammer hat zahlreiche Verhandlungstage bis Ende März angesetzt (Az: 25KLs 635 Js 1962/13).


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