Hohenlohe soll Testregion für Windkraft werden

Hohenlohe/Stuttgart - In Baden-Württemberg müssen nach Darstellung der Landesregierung künftig bis zu 150 neue Windkraftanlagen pro Jahr gebaut werden. Als Testfeld kommt dabei auch die Region Hohenlohe infrage, wurde heute bekannt.

Von Anna Schürmann
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Windrad bei Obersteinach nahe der A6. Foto: R. Reichert


Hohenlohe/Stuttgart - In Baden-Württemberg müssen nach Darstellung der Landesregierung künftig bis zu 150 neue Windkraftanlagen pro Jahr gebaut werden. Bisher gebe es dafür zu viele Hürden, sagte Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) auf dem Windbranchentag am Dienstag in Stuttgart. Mehr als 99 Prozent der Landesfläche seien von der Windkraftnutzung ausgeschlossen.

„Um die Ausbauziele zu erreichen, braucht es mehr Flexibilität in der Ausweisung potenzieller Standorte“, sagte Untersteller. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) betonte, der Ausbau müsse ein „Gemeinschaftswerk sein, das von Bürgerinnen und Bürgern in Baden-Württemberg akzeptiert, nachvollzogen und mitgetragen werden kann“.

Testregion Hohenlohe

Das Windcluster Baden-Württemberg konkretisierte seine Pläne für ein Windkraftanlagen-Testfeld: Infrage kämen dafür der Nord- und Südschwarzwald sowie die Schwäbische Alb und die Region Hohenlohe. „Wir wollen, dass noch in diesem Jahr die Entscheidungen für ein oder zwei Standorte getroffen werden“, sagte der Verbandsvorsitzende und ehemalige Wirtschaftsminister Walter Döring (FDP). Der nächste Schritt sei die Verständigung mit der Landesregierung. „Mehrere Gesprächstermine sind schon fix“, sagte Geschäftsführer Andreas Heizmann.

Das Testfeld soll nach den Wünschen des Windclusters in einem Wald liegen. „Interessant ist unter anderem der Staatsforst, da er über große Flächen verfügt“, sagte Heizmann. Verschiedene Kommunen hätten bereits Interesse signalisiert. Auch ein altes, unbewaldetes Testfeld auf der Schwäbischen Alb in Böhmenkirch (Kreis Göppingen) komme infrage.

Das Windcluster hatte sich im Mai offiziell gegründet und besteht zurzeit aus 31 Firmen und Organisationen. Der Verband will möglichst breit über die Windenergie informieren. Beim Testfeld arbeitet er mit dem Windenergie Forschungsnetzwerk Süd (WindForS) zusammen.

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