Hemdenchef bügelt Hemden nicht selbst

Heilbronn/Bietigheim Bissingen - Er ist der Herr der Hemden, aber bügeln lässt er sie seine Frau. Das sagt Mark Bezner, der Geschäftsführer des Oberbekleidungsherstellers Olymp aus Bietigheim-Bissingen, in einem Interview mit der Heilbronner Stimme.

Von Marcel Auermann

Olymp-Chef Mark Bezner. Foto: Archiv/dpa
Heilbronn/Bietigheim Bissingen - Er ist der Herr der Hemden, aber bügeln lässt er sie seine Frau. Das sagt Mark Bezner, der Geschäftsführer des Oberbekleidungsherstellers Olymp aus Bietigheim-Bissingen, in einem Interview mit der Heilbronner Stimme (Freitagausgabe). Doch er mache ihr das Leben so leicht wie möglich, „indem ich bügelfreie Hemden herstelle. Sie muss nur noch kurz über die Manschetten und den Kragen, dass es so perfekt ist, wie ich gerne meinen Gästen gegenübersitze“, schränkt der 49-Jährige aus Bietigheim-Bissingen ein.

In seinem privaten Kleiderschrank liegen etwa 100 Hemden, die er sich selbst aussucht, ohne etwa seine Frau um Rat zu fragen. „Beim Hemd lasse ich mir von niemandem hineinreden“, meint er gegenüber der Tageszeitung. Beim Anzugkauf nehme er seine Frau allerdings gerne mal als Beraterin mit.

„Ich denke schon, dass ich modebewusst bin. Das ist unser tägliches Leben. Ich bin ja auch in die Entstehung unserer Kollektionen involviert. Bei den maßgeblichen Kollektionsabstimmungsterminen bin ich mit am Tisch. Ich hab also schon die Informationen, was in der Männerwelt zur jeweiligen Saison angesagt ist“, gibt sich Mark Bezner ganz selbstbewusst.

Generell stellt der Geschäftsführer von Olymp eine Casualisierung, also eine gewisse Lockerheit, im Berufsleben fest. „Ich sehe das aber nicht als ein Symbol dafür, dass in Deutschland die Sitten verfallen. Man kann genauso seriös agieren, egal, ob man nun mit oder ohne Krawatte unterwegs ist“, sagt Mark Bezner.

Keine Blusenkollektion

Eine Damenkollektion mit Blusen schließt der Olymp-Chef aus. „Es war sicherlich gedanklich schon oft ein Thema. Wir haben uns dafür entschieden, dem Männersegment mittelfristig treu zu bleiben“, sagt Bezner. Es sei nicht einfach, sich einer Bluse anzunehmen. Das habe Konsequenzen für das ganze Unternehmen und es sei ein komplexer Markt. „Da spielen Formen und Details eine viel größere Rolle“, erklärt der 49-Jährige.

Eine Chance sieht Bezner allerdings - falls eine der beiden Töchter irgendwann einmal den Vater in der Geschäftsleitung ablöse. Eines ist ihm allerdings klar: „Man kann eine Nachfolge nicht erzwingen. Meine Kinder sind aber in Kontakt mit dem Unternehmen. Sie interessieren sich für Hemden, Stoffe und neue Kollektionen. Ob nun aber einer der beiden Söhne oder eine der beiden Töchter die Nachfolge antritt, weiß ich nicht“, sagt Mark Bezner.