Gewerkschaft: Flexible Arbeit im Gastgewerbe unattraktiv

Stuttgart (dpa/lsw)  Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) warnt vor einer Ausweitung der Höchstarbeitszeiten im Gastgewerbe. «Es ist absurd, in ein Gesetz zu gießen, was der Grund für den Fachkräftemangel in der Branche ist», sagte Landesbezirkssekretär Alexander Münchow am Mittwoch in Stuttgart.

Hotel- und Gaststättengewerbe
Eine Hotelfachangestellte stellt eine Serviette auf einen Tisch.  

Die CDU hatte sich vor Kurzem für ein flexibleres Arbeitszeitrecht stark gemacht und ein Eckpunktepapier für eine mögliche Bundesratsinitiative vorgelegt. Danach soll unter anderem die tägliche Höchstarbeitszeit auf maximal zwölf Stunden ausgeweitet werden. Bisher sind es zehn Stunden. Federführend bei dem Konzept war das Wirtschaftsministerium von Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). Innerhalb der Landesregierung herrscht allerdings noch keine Einigkeit darüber. Die Grünen-Fraktion lehnt den Vorstoß ab.

Das Gastgewerbe klagt seit Jahren über Personalmangel. Dabei wuchs der Personalstand in der Branche zuletzt auf einen Höchststand von 132 500 Beschäftigten. Doch der Nachwuchs fehlt: Die Zahl der Auszubildenden sank in den vergangenen zehn Jahren von gut 10 000 auf rund 6200.

Nach Einschätzung der Gewerkschaft sind die Probleme allerdings hausgemacht: «Das liegt daran, dass das Thema Arbeitszeiten seit Jahren mit Füßen getreten wird», sagte Münchow. Vernünftige Dienstpläne und Arbeitszeitkonten, mit deren Hilfe Spitzen aufgefangen würden, seien eine bessere Lösung. Ein Gesetz zur Flexibilisierung von Arbeitszeiten verschärfe die Lage nur.