Deutsche Rohstoff AG will am US-Ölboom teilhaben

Heidelberg (dpa/lsw)  Der Ölboom in den USA soll die Geschäfte des Heidelberger Rohstoffspezialisten Deutsche Rohstoff kräftig ankurbeln. Eine US-Tochter des Unternehmens fördert seit Mai über zwei erste Horizontalbohrungen Öl aus dem Wattenberg-Feld in Colorado, wie die Deutsche Rohstoff AG am Donnerstag mitteilte.

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Im Mai habe das einen täglichen Gewinn von etwa 55 000 US-Dollar (42 000 Euro) gebracht. Das Unternehmen plant zahlreiche weitere Bohrungen in der Region und will sich dafür bald Kapital beschaffen. Man rechne mit einer «langjährigen Ölförderung in den USA», hieß es.

Bei den Vorkommen handelt es sich um sogenanntes Schieferöl, das über Horizontalbohrungen und mit speziellen Verfahren aus dem Gestein geholt wird. Die großflächige Erschließung dieser Öl- und vergleichbarer Gasvorkommen hat in den USA einen regelrechten Boom ausgelöst.

Die Deutsche Rohstoff fördert derzeit außerdem das Metall Wolfram in Australien. Geplant sind mittelfristig außerdem Ölförderungen in verschiedenen Regionen Deutschlands sowie der Abbau spezieller Metalle in Sachsen. Eine Goldmine in Australien hat das Unternehmen dagegen im vergangenen Jahr verkauft.

Vor allem der Ausstieg aus der Goldproduktion hat sich im Geschäftsjahr 2012 auch in der Bilanz niedergeschlagen: Unter dem Strich konnte der Konzern einen Gewinn von 3,1 Millionen Euro ausweisen, weniger als ein Drittel des Vorjahreswertes. Dabei schlugen vor allem der Verkauf der Goldmine und von Anteilen an dem Unternehmen Rhein Petroleum positiv zu Buche. Künftig soll aber auch die Öl- und Wolframproduktion einen positive Ergebnisbeitrag leisten. Der Umsatz sank von 15,2 auf 3,1 Millionen Euro. Das 2006 gegründete Unternehmen ist weltweit auf der Suche nach Rohstoffvorkommen.


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