500 Real-Beschäftigte nehmen an Warnstreiks teil

Stuttgart  Weil der Real-Mutterkonzern Metro sich aus dem Tarifvertrag mit Verdi verabschiedet hat, droht Real-Mitarbeitern deutlich weniger Geld. Nun setzen sie sich zur Wehr.

Das Logo der Handelskette "real,-" auf dem Dach eines Warenhauses
Auf dem Dach eines Warenhauses der Handelskette Real (real,-) wird für die Ladenöffnungszeiten "Mo. bis Sa. 7-22 Uhr" geworben.  

Rund 500 Mitarbeiter von Real-Märkten in Baden-Württemberg haben sich am Freitag an Warnstreiks beteiligt. Wie die Gewerkschaft Verdi in Stuttgart mitteilte, waren 24 Märkte betroffen, in denen vor allem Fach-Abteilungen nicht besetzt waren. Kundgebungen fanden in Böblingen und Ettlingen statt. Bundesweit gab es in rund 140 von 281 Märkten Warnstreiks; nach Gewerkschaftsangaben befanden sich tausende Mitarbeiter im Ausstand.

Die Mitarbeiter und die Gewerkschaft wehren sich mit der Aktion gegen die Entscheidung des Real-Mutterkonzerns Metro, sich aus den mit Verdi vereinbarten Tarifverträgen zurückzuziehen und stattdessen neu eingestellte Mitarbeiter nach einem Tarifvertrag mit der Gewerkschaft DHV zu bezahlen, der für das Unternehmen günstiger ist. Für die Betroffenen soll das Berechnungen zufolge ein Minus von 23 Prozent bedeuten.

„Diesem Generalangriff auf die Arbeitsbedingungen von tausenden Beschäftigten, davon vielen Frauen in Teilzeit, werden wir nicht tatenlos zusehen“, sagte Verdi-Landesbezirksleiter Martin Gross. „Die Spaltung der Belegschaft wird dem Konzern nicht gelingen. Das zeigt die heutige Beteiligung und beeindruckende Solidarität der Kolleginnen und Kollegen.“

Der Chef des Real-Mutterkonzerns Metro, Olaf Koch, wirft der Verdi vor, Tarifverhandlungen über eine wettbewerbsfähige Lohnstruktur bei der angeschlagenen Supermarktkette jahrelang blockiert zu haben. Die bisherigen Tarifverträge hätten Real deutlich höhere Lohnkosten aufgebürdet, als sie viele Wettbewerber zu tragen hätten. Das sei für die Kette nicht mehr tragbar gewesen.