Kliniken geht das Geld aus

Heilbronn - Nach einer Studie der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) schreibt inzwischen gut die Hälfte der Kliniken im Land rote Zahlen.

Von Valerie Blass
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Heilbronn - Nach einer Studie der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) schreibt inzwischen gut die Hälfte der Kliniken im Land rote Zahlen. „Das liegt nicht an einer angeblichen Unterfinanzierung der Betriebskosten“, schreibt Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, dazu in einem Kommentar für die Heilbronner Stimme (Dienstagsausgabe).

 
Ganz im Gegenteil seien die Krankenhäuser im Südwesten gut aufgestellt: „In Baden-Württemberg wird im Bundesvergleich der dritthöchste Preis für eine Krankenhausbehandlung bezahlt.“ Damit hätten wirtschaftlich agierende Krankenhäuser alle Chancen, hervorragende Krankenhausversorgung anzubieten. Im Kern gehe es darum, dass die Politik „Verantwortung bei Fragen von Notwendigkeit und Effizienz eines jeden Krankenhausstandorts“ übernehmen müsse. Einfach immer mehr Geld ins System zu schütten, verschiebe die Probleme, ohne eines davon zu lösen.
 
„Seit Jahren wird ein Teil der Kostensteigerungen in den Krankenhäusern nicht gedeckt“, hält Matthias Einwag, Verbandsdirektor der BWKG in der gleichen Ausgabe entgegen. Die Konsequenz sei, dass die Einrichtungen Personal abbauen oder mit dem vorhandenen Personal zusätzliche Leistungen erbringen müssten, um die Lohnerhöhungen für ihre Pflegekräfte und Ärzte zu finanzieren. „Das kann so auf Dauer nicht funktionieren.“
 
Gleichzeitig hätten Krankenkassen und Gesundheitsfonds 30 Milliarden Euro auf der hohen Kante: Genügend Geld also, um den Kliniken aus der Misere zu helfen, so Einwag weiter. 
 
 
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