„Zeichen der Wiederbelebung“

Erste jüdische Schule Württembergs seit 1949 eröffnet

Von Rudi Wais

Stuttgart - Mit ihrer neuen Grundschule hat die jüdische Gemeinde in Württemberg nach Ansicht ihres Landesrabbiners einen Durchbruch geschafft. An diesem Montag soll die erste allgemeinbildende jüdische Schule im Südwesten seit 1949 in Stuttgart ihre Türen öffnen. „Das ist ein Zeichen der Wiederbelebung der Gemeinde“, sagte das geistliche Oberhaupt der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg (IRGW), Netanel Wurmser. Die private Ganztagsschule solle sowohl Wissen als auch Lebensweisheiten vermitteln und die jüdische Identität „fördern und auf nette Art pflegen“. In den vergangenen zehn Jahren sei die Gemeinde rasant von rund 600 auf 3300 Mitglieder gewachsen. Die neue Grundschule sei ein Meilenstein in der Entwicklung des jüdischen Lebens in der Region.

„Wir möchten jüdische Tradition und moderne Technologie verbinden“, sagte Wurmser. So sei jede Klasse zum Beispiel mit Laptops ausgestattet. Im Unterricht werde Wert auf Deutschförderung gelegt, um sprachliche Defizite von Schülern mit ausländischer Herkunft auszuräumen. Viele der Kinder kommen laut Wurmser aus ehemaligen Sowjetstaaten wie Lettland, Litauen, der Ukraine oder Russland.