Rap-Video mit Lehrer und Maschinengewehr

Aggressive Texte und brisante Aufnahmen rund um Heidenheim erhitzen die Gemüter

Ellwangen - Im Kreis Heidenheim sorgt ein Musikvideo einer Gangsta-Rap-Gruppe für Aufsehen. Die Staatsanwaltschaft Ellwangen ermittelt gegen einen Mann, der im ersten Video der Heidenheimer Gruppe Terror Hurricane mit einem Maschinengewehr zu sehen ist. „Es läuft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz“, sagte am Donnerstag ein Sprecher der Anklagebehörde. Der Produzent des Videos, Daniel Demarez, sagte, das Gewehr sei von einem Waffenhändler ausgeliehen worden, der sämtliche Lizenzen besitze.

Auch die Stadt Heidenheim schaltete sich ein, denn für die Produktion saß ein Lehrer der Musikschule Steinheim am Schlagzeug. Nach einem ausführlichen Gespräch verzichtete die Stadt jedoch auf disziplinarische Maßnahmen. „Die Stadtverwaltung sieht keine Veranlassung für innerdienstliche Folgen.“

In ihrem Video erzählen die fünf Gangsta-Rapper in drastischer Sprache die Geschichte der Jugendgruppe Black Jackets. „Die Sonne geht unter, der Himmel wird schwarz, Black Jackets 210, wir sind auf der Jagd“, heißt es in dem Song.

Klischees Im Video spielen sie mit Rapper-Klischees: dicke Autos und leicht bekleidete Frauen. Daneben sind das Heidenheimer Schloss und die Ortsschilder von Giengen und Schwäbisch Gmünd zu sehen.

Mitglieder der Black Jackets sollen in eine Entführung verwickelt gewesen sein. „Das Verfahren ist rechtskräftig abgeschlossen“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Ellwangen.

Das Musikvideo steht im Internet. Nach Angaben der Produktionsfirma, der Heidenheimer Agentur Inmediumpro, sei die Seite 100 000 Mal besucht worden. „Wir haben das Video nur produziert. Für den Inhalt sind die Künstler zuständig“, sagte Agentur-Chef Christian Vaida. Es sei nicht geplant gewesen, die Charts zu erobern. lsw