Urlaub in Baden-Württemberg liegt im Trend

Stuttgart  Die Zahl der kurzfristigen Buchungen in Baden-Württemberg steigt. Vor allem die Regionen Schwarzwald und Bodensee sind bei Urlaubern gefragt. Das gilt auch für den Wohnmobiltourismus.

Von Ulrike Bäuerlein

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Foto: Manuel Schönfeld/stock.adobe.com

Knapp vier Wochen vor Beginn der Sommerferien in Baden-Württemberg melden die Tourismusregionen des Landes vom südlichen Schwarzwald bis nach Hohenlohe einen spürbaren Anstieg vor allem an kurzfristigen Buchungen. Camping- und Wohnmobilstellplätze sowie Ferienwohnungen auf Bauernhöfen haben mancherorts kaum noch Kapazitäten. Auch Angebote mit Tourmöglichkeiten für Wander- und Radurlauber sind stark nachgefragt.

Weniger erfreulich ist die Buchungslage überall dort, wo Hygiene- und Abstandsregeln schwer umzusetzen sind: in Pensionen, Ferienanlagen und Wellnesshotels. Am härtesten betroffen sind weiter Business- und Seminarhotels. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage des Tourismusministeriums unter den regionalen Verbänden hervor.

An manchen Tagen Engpässe am Bodensee

"Von Überfüllung kann man bisher nirgends sprechen", bilanziert die Tourismus-Marketing Gesellschaft (TMBW) des Landes, "es gibt auch noch für den Hochsommer Übernachtungsmöglichkeiten." Eng werde es aber etwa am Bodensee besonders dann, wenn bei schönem Wetter und am Wochenende Tagesgäste hinzukämen. Gute Ferienwohnungen in begehrter Lage sind dagegen laut TMBW "durchgebucht bis Ende des Jahres".

Tourismusminister Guido Wolf (CDU) macht keinen Hehl daraus, dass die zuletzt so umsatzstarke Branche, die von einem Rekordjahr zum nächsten eilte, angeschlagen ist. "April und Mai waren für Gastgeber und Gastronomen sehr, sehr harte Monate", so Wolf. Ende April und im Mai habe der Tagestourismus stark angezogen. "Das sind wieder hoffnungsvollere Aussichten", so Wolf. Ausflüge und Bewegung in der Natur liegen wegen der geringeren Infektionsgefahr im Trend. "Das wird auch noch eine Weile so bleiben", so Wolf weiter.

Die Schwarzwald-Tourismus GmbH (STG) verzeichnet nach den Lockerungen der Corona-Verordnung gestiegene Nachfrage - wenn auch nicht so deutlich wie erhofft. "Einzig in den Segmenten Camping- und Wohnmobiltourismus, Ferienwohnungen, Urlaub auf dem Bauernhof und Urlaub beim Winzer gibt es eine deutlich höhere Nachfrage", so die STG. Die bekannten Camping- und Wohnmobilplätze hätten in der Regel nur noch geringe Stellplatzkapazitäten, im Hochschwarzwald sei kaum noch ein Platz zu finden. Man hofft hier, die Auslastung von 80 und mehr Prozent zwischen Juli und September auch 2020 erreichen oder sogar übertreffen zu können. Es gebe noch verfügbare Angebote, aber man sollte sich jetzt beeilen. "Gerade für Familien dürfte die freie Wahlmöglichkeit schnell erschöpft sein", so die STG.

Mehr Camping und Wohnmobil-Tourismus

Das gleiche Bild meldet die Deutsche Bodensee-Tourismus GmbH: "Die Buchungen für den Sommer laufen gut. Vor allem Ferienwohnungen und Camping sind nach wie vor stark gefragt." Vereinzelt gebe es noch Kapazitäten für Familien für die Sommermonate - die seenahen Unterkünfte seien gut gebucht.

Für das nördliche Baden-Württemberg mit den Teilregionen Heilbronner Land, Odenwald, Hohenlohe, Liebliches Taubertal, Kraichgau-Stromberg, Hohenlohe + Schwäbisch Hall sowie Kurpfalz meldet der Kraichgau-Stromberg-Tourismus (KST) bereits seit Mai steigende Buchungsanfragen. "Im Juni 2020 gab es mancherorts sogar fünfmal so viele Anfragen wie im Juni 2019", teilt der Verband mit. Auch hier sind Camping- und Wohnmobiltourismus und Ferienwohnungen in diesem Jahr gefragter. "Bei Hotels ist noch keine rechte Entspannung in Sicht, gerade Gruppenreisende fehlen und Seminare durch Firmen entfallen", heißt es weiter.

Auch die Region Oberschwaben-Allgäu und die Schwäbische Alb notieren einen Ansturm auf Camping- und Wohlmobilstellplätze. Viele Anbieter von Ferienwohnungen im württembergischen Allgäu meldeten, dass sie bis Mitte September so gut wie ausgebucht seien. Nach einer Erhebung der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen in Kooperation mit dem Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa ist Deutschland für deutsche Urlauber in diesem Jahr mit Abstand das wichtigste Reiseziel: 41 Prozent der Befragten, die 2020 einen Urlaub planen, wollen ihn in Deutschland verbringen.

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Mit einer groß angelegten Kampagne wirbt der Südwesten durch seine Tourismus-Marketing GmbH Baden-Württemberg in diesem Sommer für Urlaub im eigenen Land. Die Menschen sollen mit Großflächenplakaten für Ausflüge und Kurzurlaube in Baden-Württemberg begeistert werden. Mit 750.000 Euro wird mehr Geld als je zuvor für Urlaubswerbung im eigenen Land investiert, eine halbe Million Euro kommt an Fördermitteln vom Tourismusministerium.


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