SWEG übernimmt Abellio BW – Frankenbahn-Betrieb gesichert

Stuttgart/Region  Das grün-schwarze Kabinett hat am Dienstag entschieden, dass die landeseigene Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH (SWEG) den insolventen Bahnbetreiber Abellio Rail Baden-Württemberg zunächst übernehmen soll. Der Kauf ist auf zwei Jahre angelegt. Danach sollen die betroffenen Netze neu vergeben werden.

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Sebastian Gollnow

Das Land hat einen Rettungsplan für den insolventen Bahnanbieter Abellio erarbeitet. So soll die landeseigene Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH (SWEG) jetzt Abellio Rail Baden-Württemberg für die nächsten zwei Jahre übernehmen. „Wir haben eine solide Lösung für den Weiterbetrieb entwickelt: Die landeseigene Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH (SWEG) soll für die nächsten zwei Jahre einspringen. Das bietet den Beschäftigten eine gute Perspektive und die Fahrgäste können dann mit einem stabilen Betrieb der Züge rechnen“, erklärt Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne).

Abellio befährt wichtige Netze in Baden-Württemberg

Abellio befährt in Baden-Württemberg Strecken der Stuttgarter Netze und im Neckartal – dazu gehört auch die Frankenbahn. Die Tochter der niederländischen Staatsbahn hat extreme finanzielle Schwierigkeiten und befand sich bis zum 1. Oktober dieses Jahres in einem Schutzschirmverfahren. Um den Weiterbetrieb bis zum Jahresende abzusichern, hatte das Land Abellio mit einer Finanzspritze im einstelligen Millionenbereich unterstützt. Unklar war zuletzt noch, wie es ab dem 1. Januar 2022 dann weitergeht.

 

Die SWEG hat ein Kaufangebot für die Abellio Rail Baden-Württemberg inklusive deren Werkstatt abgegeben. Diese ist laut Verkehrsministerium wirtschaftlich und biete die bestmögliche Aussicht für einen stabilen weiteren Betrieb. Vorgesehen sei, dass die Abellio-Züge auf den betroffenen Strecken weiter mit der bisherigen Belegschaft und im bekannten Takt fahren – allerdings dann unter dem Dach der SWEG als Gesellschafterin. Dafür solle Abellio Baden-Württemberg im Zuge einer Notmaßnahme nach europäischem Vergaberecht für zwei Jahre vorübergehend einen neuen Verkehrsvertrag erhalten. Dieser solle die volle Kostendeckung für den Betrieb garantieren.

Innerhalb der nächsten zwei Jahre sollen die Abellio-Verkehrsleistungen dann über eine neue Ausschreibung wieder im Wettbewerb vergeben werden, an dem sich auch die SWEG beteiligen kann. Die SWEG habe in der Ausschreibung keine Vor- oder Nachteile, heißt es im Verkehrsministerium. Das Konzept sieht vor, dass nach Abschluss des Verfahrens Abellio Baden-Württemberg dann an den Betreiber weiterverkauft wird, der sich bei der Ausschreibung durchgesetzt hat.


Michael Schwarz

Michael Schwarz

Chefkorrespondent Landespolitik

Michael Schwarz ist seit 2005 bei der Heilbronner Stimme. Landesregierung, Landtag, Parteien, Fraktionen, Politiker - Schwarz beobachtet rund um die Uhr die landespolitischen Akteure in Stuttgart und geht der Frage nach, ob diese einen guten Job machen.

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