Starker Anstieg der Corona-Neuinfektionen im Alb-Donau-Kreis

Ulm (dpa/lsw)  Im Alb-Donau-Kreis steigen die Corona-Fallzahlen stark an. Nur in Heilbronn gab es landesweit zuletzt mehr Neuinfektionen. Das Gesundheitsamt schlägt deshalb Alarm und fordert mehr Personal.

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Proben für Corona-Tests werden einem Labor für die weitere Untersuchung vorbereitet.

Der Alb-Donau-Kreis hat mit einem starken Anstieg von Corona-Neuinfektionen zu kämpfen. Die Kontaktnachverfolgung sei zunehmend schwierig, sagte ein Sprecher des Landratsamtes mit Sitz in Ulm am Montag. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen lag am Montag bei 137. Nur im Stadtkreis Heilbronn lag der Wert mit 155,6 noch höher, wie das Landesgesundheitsamt am Montag mitteilte.

Für einen Großteil der Infektionen sind Ausbrüche in mittlerweile fünf Pflegeheimen verantwortlich. In einem Heim in Laichingen sind 71 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. 42 von ihnen sind Bewohner, elf Bewohner starben. Ein Pflegeheim in Blaustein verzeichnet aktuell 53 Infektionen, 37 davon unter Bewohnern. Ein positiv getesteter Bewohner ist gestorben. In einem Heim in Beimerstetten sind sechs Bewohner und zwei Mitarbeiter nachweislich infiziert. Am Montag meldete das Gesundheitsamt des Landkreises zwei weitere betroffene Heime. Eine Mitarbeiterin eines Seniorenheims in Heroldstatt sei positiv getestet worden, hieß es. In einem Heim in Ehingen sind zudem zwei Mitarbeiter infiziert. Die Kontaktnachverfolgung laufe noch, teilte der Sprecher des Landkreises mit.

In den bisher betroffenen Einrichtungen sollte es am Montag erneute Reihentests von Bewohnern und Mitarbeitern geben, um mögliche weitere Fälle aufzudecken. Die betroffenen Bereiche der Heime wurden zudem abgeschirmt, und es wurden Besuchsverbote erlassen.

Neben den Fällen in Pflegeheimen gebe es weitere «singuläre Fälle, die in die Bevölkerung streuen», sagte der Sprecher des Landkreises. Die Infektionslage sei schwierig zu analysieren. Auch wenn das Gesundheitsamt des Landkreises mittlerweile von 20 Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuzes und 12 Soldaten der Bundeswehr unterstützt werde, sei sicher, dass der Landkreis weiter Hilfe benötigte, um den Anstieg der Infektionen zu bewältigen. Man brauche sowohl medizinisches Personal als auch Personal zur Kontaktnachverfolgung. Hierzu habe der Landkreis auch eine Anfrage an das Sozialministerium in Stuttgart gestellt, sagte der Sprecher.

In einem Schlachthof im direkt an den Alb-Donau-Kreis grenzenden Ulm hatte es Ende der vergangenen Woche ebenfalls einen Corona-Ausbruch gegeben. Bislang seien 48 Infizierte bestätigt, weitere Tests seien veranlasst, sagte der Sprecher am Montag. Bei Reihentests seien bisher 450 von 600 im Betrieb beschäftigten Mitarbeitern getestet worden. Die Ergebnisse träfen nach und nach beim Gesundheitsamt ein. Im betroffenen Bereich der Rinderschlachtung wurde der Betrieb bereits am Freitag eingestellt, wie das Unternehmen Müller Fleisch mitteilte.

Es gibt jedoch Hinweise, dass auch die Schweineschlachtung von Infektionsfällen betroffen ist, wie der Sprecher des Landkreises sagte. Für eine Schließung des gesamten Betriebs sehe das Gesundheitsamt derzeit aber keinen Anlass. Das Unternehmen Müller Fleisch gab an, die Infektionen der Schlachthof-Mitarbeiter hätten sich nach bisherigen Erkenntnissen «im privaten Wohn- und sozialen Umfeld unter Nichtbeachtung der Kontaktbeschränkungen zugetragen». Für den Stadtkreis Ulm betrug die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag 113,6.


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