Run auf Astrazeneca bei Impfaktion: Kurzzeitige Überlastung

Freiburg (dpa/lsw)  Der Andrang bei einem Impftag in Freiburg für alle zeigt wie sehr sich die Menschen nach besserem Schutz vor dem Coronavirus sehnen. In der Warteschlange kommt es kurzzeitig zu Situationen, in denen der Schutz durch Distanz zueinander vernachlässigt wird.

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Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca.

Ein «Astrazeneca-Impftag» für alle Erwachsenen ohne Termin hat am Sonntag Tausende Menschen zur Freiburger Messe gelockt. Vorübergehend geriet die Situation wegen der für die Organisatoren unerwartet großen Zahl der Interessenten außer Kontrolle. Dafür bat die Leitung des Zentralen Impfzentrums (ZIZ) um Verzeihung. Eine akute Gefahr für die Menschen habe aber nie bestanden.

Schon um sechs Uhr waren 1000 Menschen aus ganz Baden-Württemberg vor Ort, teils mit Wohnmobilen, teils mit Campingstühlen ausgestattet. Manche hatten die Nacht vor der Messe verbracht. Insgesamt fanden sich 2000 bis 3000 meist junge Leute ein, wie die Polizei mitteilte. Die Messe selbst zählte 3000 Interessenten vor dem ZIZ. Die Zahl der zusätzlichen Dosen des nun ohne feste Vorrangliste erhältlichen Impfstoffs lag bei nur 1400. Weil nach dem Wochenende nur noch Praxen Astrazeneca verwenden dürften, seien jetzt die Restbestände beim ZIZ aufgebraucht worden, erläuterte ein Messesprecher. Landesweit sollten die Impfzentren des Landes nur so viele Dosen bekommen, wie für die jeweiligen Zweitimpfungen in einer Woche notwendig seien.

Kurzzeitig kam es zu Ansammlungen, bei denen der Mindestabstand nicht mehr eingehalten wurde. «Wir bedauern die Situation und entschuldigen uns dafür», sagte Daniel Strowitzki, Geschäftsführer des ZIZ. Ähnliches dürfe sich nicht wiederholen.

Das ursprünglich geplante sporadische Vorbeifahren der Beamten wuchs sich angesichts der Massen zum Polizeieinsatz aus, bei dem verbale Konflikte der Wartenden etwa wegen Vordrängelns oder zu geringen Abstands geschlichtet wurden. Da zur selben Zeit der Impfbetrieb mit anderen Substanzen weiterlief, musste auch der Verkehr geregelt werden. Die Menge wurde durch drei Zeitfenster für ihre jeweilige Impfung bis in den späten Abend gegliedert. Nach drei Stunden schloss die Polizei ihren Einsatz ab, nachdem sich Menschen ohne oder mit späterem Termin zurückgezogen hatten.

Gegen Astrazeneca, ein Präparat des gleichnamigen britisch-schwedischen Pharmakonzerns, gibt es teils erhebliche Vorbehalte. Es wird nach dem Auftreten von Blutgerinnseln im Gehirn bei jüngeren Geimpften nur noch für über 60-Jährige empfohlen. Andererseits gibt es viele Jüngere, die sich gern damit impfen lassen würden, aber in der Impfreihenfolge bisher noch nicht dran waren.

© dpa-infocom, dpa:210509-99-529026/4


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