Roma helfen Roma: Teilhabe-Projekt in vier Städten

Stuttgart (dpa/lsw)  Aus Osteuropa eingewanderte Roma sollen mehr Hilfe bei der Integration in die Gesellschaft erhalten. Bei einem 700 000 Euro teuren Projekt des Sozialministeriums unterstützen bereits hier lebende Roma Neuankömmlinge in den Bereichen Bildung, Wohnen, Arbeit und Gesundheit. In den teilnehmenden Kommunen Ulm, Heidelberg, Freiburg und Stuttgart beginnt jetzt die praktische Arbeit, wobei die Landeshauptstadt erst im April startet.

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Wie Ministerialdirigentin Birgit Locher-Finke am Dienstag erläuterte, wird das von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg wissenschaftlich begleitete und vom Verband Deutscher Sinti und Roma mitgetragene Vorhaben Ende dieses Jahres ausgewertet. Dann wird auch geklärt, ob andere Städte Ansätze des Programms ReFIT übernehmen.

ReFIT steht für Regionale Förderung von Inklusion und Teilhabe. Dabei geht es auch um die Frage, ob und inwieweit Roma vorhandene lokale Beratungsangebote nutzen und ob sie frei von Vorurteilen sind. «Es geht in beide Richtungen - wir müssen nicht nur die Roma fit machen, sondern auch für diskriminierungsfreie Teilhabemöglichkeiten sensibilisieren.» Das Projekt sei auch als Gegengewicht für zunehmenden Antiziganismus zu verstehen, sagte Locher-Finke mit Blick auf einen Fackelwurf auf campende Roma-Familien in Erbach (Alb-Donau-Kreis) im Mai 2019.

Im Südwesten leben nach Angaben des Verbandes 12 000 Sinti und Roma.

© dpa-infocom, dpa:210126-99-180691/2


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