Neue Deutsche Weinkönigin kommt aus Durbach in  Baden

Heilbronn  Die 73. Deutsche Weinkönigin kommt aus Baden. Sie heißt Sina Erdrich und stammt aus Durbach. In einem biederen und langweiligen zweistündigen Finale setzte sich die 24-Jährige gegen ihre fünf Mitbewerberinnen durch. Die Württemberger Kandidatin ging leer aus.

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Sina Erdrich (Mitte), neu gewählte 73. Deutsche Weinkönigin aus dem Weinanbaugebiet Baden, steht bei der Wahl und Krönung der 73. Deutschen Weinkönigin mit den Weinprinzessinnen Linda Trarbach (l, Ahr) und Saskia Teucke (Pfalz) auf der Bühne. Foto: dpa

Weil die noch bis November amtierende Württemberger Weinkönigin Tamara Elbl aus Pfedelbach-Untersteinbach  bereits vor einem Jahr vergeblich nach der deutschen Weinkrone gegriffen hatte, schickte der Weinbauverband Württemberg (Weinsberg) diesmal ihre Weinprinzessin Henrike Heinicke ins Rennen.

Die aus Bopfingen bei Aalen stammende Studentin hatte sich vor einer Woche zwar fürs  Finale am Freitagabend qualifiziert, ging aber am Ende nach einer eher blassen Vorstellung leer aus. Nun wird sie ihr Studium an der Universität für Bodenkultur in Wien fortsetzen.

Zwei Weinprinzessinnen

Als Deutsche Weinprinzessinnen stehen der neuen Königin Sina Erdrich Saskia Teucke aus der Pfalz und Linda Trarbach von der Ahr zur Seite. Als die Geschäftsführerin des Deutschen Weininstituts (DWI), Monika Reule, die Entscheidung der rund 70-köpfigen Fachjury im Saalbau von Neustadt an der Weinstraße verkündete, war den drei neuen Weinhoheiten die Überraschung deutlich anzusehen. Freudestrahlend und sichtlich bewegt nahmen sie unter lautstarkem Applaus des etwa 400-köpfigen Publikums die Kronen von ihren Vorgängerinnen entgegen.„Ich bin völlig überwältigt, es war wie eine emotionale Achterbahnfahrt", sagte die frisch gekrönte Weinkönigin.

Fachwissen, Rhetorik und Persönlichkeit

Nachdem die Finalistinnen bereits im Vorentscheid die fachliche Messlatte sehr hoch gelegt hatten, ging es in der finalen Wahlgala auch um ihre rhetorischen Fähigkeiten und Persönlichkeit. So galt es etwa als fiktive Reporterin „live" von einer Veranstaltung zu berichten oder im „Weinimprovisationsspiel“ mit dem Bonner Improvisationstheater Springmaus in drei Szenen ihre Spontanität unter Beweis zu stellen.

Großen Respekt hatten die Kandidatinnen auch vor der Aufgabe, in 30 Sekunden einen Wein verdeckt zu erkennen. Nach Beantwortung von drei schwierigen Fragen sollten die drei Bewerberinnen abschließend die Jury mit einer kurzen Rede zum Thema „My Challenge“ von sich überzeugen. Darin berichteten sie sehr emotional und persönlich, welche Situationen für sie in ihrem Leben zu den größten Herausforderungen zählen und wie sie diese meistern.

Ziemlich müde Wahlgala im TV

Holger Wienpahl moderierte den live vom SWR-Fernsehen übertragenen und insgesamt enttäuschenden Wahlabend, in dem Kabarettist Bernd Stelter mit einem „Weinseminar“ und Sänger Andy Ost für unterhaltsame und humorvolle Zwischentöne sorgen wollten. Doch insgesamt blieb die eher bieder-bodenständige Wahlgala hinter dem Niveau der Vorjahre zurück. Insgesamt blieb sie flach, zeigte wenig Frische und endete mit einem schwachen Abgang.

 


Kilian Krauth

Kilian Krauth

Autor

Kilian Krauth kümmert sich um die Heilbronner Kommunalpolitik, um historische und kirchliche Themen sowie um den Weinbau der Region und weit darüber hinaus.

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