Linken-Politikerin Akbulut erhält erneut Morddrohung

Mannheim (dpa/lsw)  Schon wieder muss die Linken-Politikerin Akbulut um Leib und Leben fürchten. Sie ist Zielscheibe von Drohungen Krimineller aus zwei ganz verschiedenen Richtungen.

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Gökay Akbulut (Die Linke) spricht in der Plenarsitzung im Deutschen Bundestag.

Die Linken-Bundestagsabgeordnete Gökay Akbulut ist erneut mit dem Tode bedroht worden. Ende Januar hatte die Mannheimer Parlamentarierin ein Bild im Online-Dienst Instagram mit Patronen und einer Pistole mit der türkischen Aufschrift «Der Tod wird dich finden» erhalten, wie der Landesverband der Linken am Dienstag mitteilte. Abgeschickt wurde diese Nachricht demnach unter dem Decknamen und dem Bild eines bekannten Auftragsmörders türkischer Geheimdienste. Im Jahr 2020 hatte die Sozialwissenschaftlerin mit kurdisch-alevitischem Hintergrund eine Morddrohung mit demselben Unterzeichner erhalten: «Jitem». Dies ist die Bezeichnung des Geheimdienstes der türkischen Gendarmerie. Auch ein Journalist wird aktuell von «Jitem» bedroht, wie der Landesverband mitteilte.

Jitem sei bekannt für schwerste Folterungen, Entführung und Ermordung Hunderter kurdischer Oppositioneller in den 90er Jahren und ebenso unter der Regierung Erdogan. Akbulut unterstütze die Schwesterpartei der Linken, die erdogankritische HDP, in der Türkei und fordere die Freilassung inhaftierter HDP-Politiker. Wie im vergangenen Jahr habe die 38-Jährige Strafanzeige gestellt. Damals hätten die Ermittlungen nichts ergeben, außer dass der Urheber in der Türkei saß.

Akbulut forderte die Bundesregierung auf, die in Deutschland agierenden Verbände wie die «Grauen Wölfe» oder die «Föderation der türkischen Idealistenvereine in Deutschland» zu verbieten und die Zusammenarbeit mit türkischen Polizei- und Geheimdienstbehörden einzustellen.

Die migrationspolitische Sprecherin der Linken war im vergangenen Jahr auch Ziel von ganz anderer Seite. Wie andere Abgeordnete der Linken erhielt sie Drohmails mit dem Absender «NSU 2.0» in Anspielung an die rechtsextremistischen NSU-Mörder Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt.

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