Liberale prügeln auf Grüne als Verbotspartei ein

Karlsruhe (dpa/lsw)  FDP-Landeschef Michael Theurer hat am politischen Aschermittwoch vor allem in Richtung der Grünen ausgeteilt. Er warf Grünen-Bundestagsfraktionschef Anton Hofreiter vor, Eigenheime verbieten zu wollen. «Das war kein Zufall, das ist in der DNA der Bundesgrünen um Anton Hofreiter und Jürgen Trittin angelegt», sagte Theurer in seiner Rede in einem Brauhaus in Karlsruhe, die im Internet gestreamt wurde. Jetzt redeten sich die Grünen raus, in dem sie sagten, das sei die Entscheidung der Kommunen. Mit den Liberalen werde es kein Verbot von Eigenheimen geben, sondern Neubauten, Nahverdichtungen und Aufstockungen bestehender Gebäude, sagte Theurer.

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Michael Theurer, Landesvorsitzender der FDP Baden-Württemberg, spricht.

Hofreiter wolle jeden Tag etwas Neues verbieten, kritisierte auch FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke, der Spitzenkandidat der Südwest-FDP für die Landtagswahl am 14. März. Gerade sei es das Eigenheim, schon länger der Verbrennungsmotor. Der Verbrenner müsse aber erhalten werden.

Die Grünen sehen sich derzeit vom politischen Gegner mit dem Vorwurf konfrontiert, Einfamilienhäuser verbieten zu wollen. Das entsprechende Aufsehen hatte ein «Spiegel»-Interview mit Fraktionschef Anton Hofreiter erregt. Er sei überspitzt wiedergegeben worden, hieß es von den Grünen. Hofreiter war darin nach einem Beschluss eines Hamburger Bezirksamts gefragt worden, das keine Einfamilienhäuser in die Bebauungspläne aufgenommen habe. Er begründete diese Entscheidung mit der «dramatischen Wohnungsnot» in der Gegend. Der Bezirk habe entschieden, Wohnraum für viele statt für wenige zu schaffen. Zugleich stellte Hofreiter klar: «Natürlich wollen die Grünen nicht die eigenen vier Wände verbieten.»

© dpa-infocom, dpa:210217-99-478853/2


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