Kretschmann rechnet mit Ausrufung der kritischen Pandemiestufe

Stuttgart  Ministerpräsident Kretschmann hat angesichts der dramatischen Zunahme der Neuinfektionen im Südwesten eine zeitnahen Eintritt des Landes in die kritische Pandemiestufe in Aussicht gestellt. Klar ist bereits, dass an weiterführenden Schulen eine erweiterte Maskenpflicht gelten wird.

Von dpa

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Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, im Landtag von Baden-Württemberg.

Die Bürger müssten damit rechnen, dass die Landesregierung spätestens am Montag die dritte Pandemiestufe ausrufe, sagte der Grünen-Politiker am Freitag bei der Hauptversammlung des Städtetags Baden-Württemberg, die per Videokonferenz stattfand. Diese beinhaltet weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Am 6. Oktober war Stufe zwei in Kraft getreten.

Wenn es so weitergehe, werde Baden-Württemberg am Wochenende bei mehr als 50 Neuinfektionen per 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche liegen, sagte der Regierungschef. „Wir können die Welle nur dann brechen, wenn wir jetzt handeln.“ Mehr denn je komme es auf die Eigenverantwortung der Menschen an.

Die Landesregierung hatte im September ein dreistufiges Alarm-System im Kampf gegen eine zweite Welle erarbeitet. Entscheidend für die Einstufung dabei ist die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz, aber auch andere Faktoren. Die Pandemiestufe 2, die verschärfte Kontrollen und Appelle beinhaltet, war vergangene Woche ausgerufen worden. Die dritte, kritische Phase sieht weitere Einschränkungen wie eine Ausweitung der Maskenpflicht an Schulen auf den Unterricht vor.

Diese wird bereits ab Montag umgesetzt. An weiterführenden Schulen gilt sie ab kommender Woche. "Die Erweiterung der Maskenpflicht ab Klasse 5 auf den Unterricht gilt ab einer landesweiten 7-Tages-Inzidenz von über 35", teilte eine Sprecherin des Kultusministeriums am Freitag mit. "Wir werden heute die Schulen darüber informieren, dass dies dann ab kommenden Montag zu beachten ist."


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