Kommentar zur Debatte über Corona-Impfstoff: Mehr Vernunft

Stuttgart  Die Debatte über den Start der Corona-Impfungen in Deutschland wird zunehmend zum Problem. Unser Autor rät zu mehr Zurückhaltung. Ein Kommentar.

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Die Debatte über den Start der Corona-Impfungen in Deutschland wird zunehmend zum Problem. Das Landessozialministerium und auch Bundesgesundheitsminister Spahn stellten zuletzt in Aussicht, Ende 2020 könne ein Impfstoff zur Verfügung stehen. Das Ganze gipfelte am Freitag darin, dass Spahns eigenes Ministerium dessen Aussage korrigierte.

Vernünftig ist die Haltung von Ministerpräsident Kretschmann, der sich erst gar nicht an Spekulationen beteiligen möchte. Den politischen Akteuren ist hier mehr Zurückhaltung zu raten. Schließlich ist die Frage, ab wann gegen das Coronavirus geimpft werden kann, eines der zentralen Themen in Zeiten der Pandemie. Hier sollten keine Hoffnungen geweckt werden, die sich später in Luft auflösen könnten.

Zudem ist ein unseriöses Auftreten der Politik Wasser auf die Mühlen derjenigen, die dem Corona-Kurs der Regierenden per se kritisch gegenüberstehen. Die Sache besser einschätzen kann Curevac-Vorstandschef Haas - zumindest, was die Perspektiven seines Unternehmens betrifft.

So ist davon auszugehen, dass die Tübinger in der ersten Jahreshälfte 2021 mit einem Impfstoff auf den Markt kommen. In Deutschland dürften somit alle Hoffnungen auf einen früheren Corona-Impfstoff auf der Mainzer Firma Biontech ruhen. Am Ende werden aber die Produkte beider Firmen benötigt - früher oder später.

 


Michael Schwarz

Michael Schwarz

Chefkorrespondent Landespolitik

Michael Schwarz ist seit 2005 bei der Heilbronner Stimme. Landesregierung, Landtag, Parteien, Fraktionen, Politiker - Schwarz beobachtet rund um die Uhr die landespolitischen Akteure in Stuttgart und geht der Frage nach, ob diese einen guten Job machen.

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