Jedes zweite Projekt teurer als geplant

Stuttgart  Der Landesbetrieb Vermögen und Bau ist zuständig für die Immobilien des Landes Baden-Württemberg. Aus einer Antwort auf eine FDP-Anfrage geht hervor, dass 2019 und 2020 mehr als die Hälfte aller abgeschlossenen Bauprojekte teurer war als geplant.

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Beim Landesbetrieb Vermögen und Bau (LVB), der die Immobilien des Landes Baden-Württemberg betreut, ist in den vergangenen beiden Jahren eine Mehrheit der Bauprojekte teurer geworden als ursprünglich geplant. Laut der Antwort des Stuttgarter Finanzministeriums auf eine FDP-Landtagsanfrage, die der "Heilbronner Stimme" vorliegt, erklärt Finanz-Staatssekretärin Gisela Splett (Grüne), dass 2019 und 2020 nur bei 47 Prozent der abgeschlossenen großen Baumaßnahmen die ursprünglichen Kostenschätzungen eingehalten beziehungsweise unterschritten worden ist. Damit waren im Umkehrschluss 53 Prozent der Projekte teurer als geplant. Große Baumaßnahmen sind laut Splett allesamt Projekte, deren Kosten die Zwei-Millionen-Euro-Grenze überschritten hatten.

FDP: Kostensteigerungen nicht akzeptabel

2019 und 2020 betrifft dies 36 Projekte, bei denen die Schlussabrechnung bereits vorliegt. Auf das Land kamen laut Splett dadurch Mehrkosten in Höhe von 34 Millionen Euro zu - dies waren 8,5 Prozent mehr, als zunächst etatisiert. Damit stiegen die Gesamtkosten in den beiden Jahren von mehr als 402 auf über 436 Millionen Euro an. "Die Baukostensteigerungen der Landesprojekte sind in dieser Höhe nicht akzeptabel", sagt FDP-Haushaltsexperte Stephen Brauer gegenüber unserer Zeitung.

Finanzministerium will Steuerung optimieren

Eine Sprecherin des Finanzministeriums erklärt, die Überschreitungen der geplanten Kosten lägen im "üblichen Toleranzbereich". Unvorhersehbare Risiken wie die konjunkturelle Entwicklung würden die Bauprozesse beeinflussen. Um noch mehr Vorhaben im Zeit- und Kostenrahmen umzusetzen, habe das Land "im Sommer 2019 eine optimierte Kostensteuerung im staatlichen Hochbau vereinbart".

 


Michael Schwarz

Michael Schwarz

Chefkorrespondent Landespolitik

Michael Schwarz ist seit 2005 bei der Heilbronner Stimme. Landesregierung, Landtag, Parteien, Fraktionen, Politiker - Schwarz beobachtet rund um die Uhr die landespolitischen Akteure in Stuttgart und geht der Frage nach, ob diese einen guten Job machen.

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