Im Südwesten können Blumenläden, Gärtnereien und Gartenmärkte ab dem 1. März öffnen

Stuttgart  Auch in Baden-Württemberg können am kommenden Montag Gärtnereien, Gartenmärkte und Blumenläden wieder öffnen. Dass Discounter in den vergangenen Wochen verstärkt in den Blumenhandel eingestiegen sind, sorgt für Unmut.

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Kunden kaufen in einem Gartencenter ein.

Das grün-schwarze Landeskabinett verständigte sich am Dienstag auf eine entsprechende Lockerung des Corona-Lockdowns, wie die Deutsche Presse-Agentur in Stuttgart erfuhr. Der Südwesten folgt damit dem Beispiel anderer Länder wie etwa Bayern.

Nach Angaben des Floristenverbands gibt es allein in Baden-Württemberg 1200 Blumenläden. Neben den Floristen dürfen auch die Friseure am 1. März wieder aufmachen.

Gärtnereibetreiberin ärgert sich über Discounter

Für Alexandra Widmann ist es „höchste Zeit, dass unsere Branche wieder öffnen darf“. Die 49-Jährige, die zusammen mit Ihren Mann Stefan die Gärtnerei am Westfriedhof in Heilbronn-Böckingen betreibt, wurmt vor allem, dass die Discounter verstärkt in den Blumenhandel eingestiegen seien. „Die Politik hat versprochen, dass die Discounter ihr Sortiment nicht aufstocken dürfen. Aber genau das ist passiert, das ist uns bitter aufgestoßen“, betont sie.

Für ihre Gärtnerei ist jetzt der geplante  Öffnungstermin zum 1. März „unheimlich wichtig“. Denn Zimmerpflanzen, Sommerflor und Schnittblumen warten auf Kunden. „In zwei Wochen müssten wir einen Großteil der Ware wegschmeißen“, macht Alexandra Widmann klar.

 

In Bayern dürfen auch Baumärkte öffnen

Dass die Bayern die Baumärkte ab Montag wieder öffnen, sorgt indes für Unmut in Baden-Württemberg. Man sei irritiert angesichts der Kehrtwende des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), sagte Regierungssprecher Rudi Hoogvliet am Dienstag der dpa in Stuttgart. „Bisher war er immer der harte Hund, jetzt fängt er an, eine Sache nach der anderen Sache zu öffnen“, sagte Hoogvliet. „Ich weiß nicht, was das soll.“

In Baden-Württemberg sei eine reguläre Öffnung der Baumärkte nicht vorgesehen. Es habe keine Abstimmung Bayerns dazu gegeben, sagte der Sprecher auch mit Blick auf Shoppingtouristen, die nun möglicherweise über die Landesgrenze fahren. Auch verstehe man nicht, warum Söder damit nicht auf die Ministerpräsidentenkonferenz kommende Woche gewartet habe. Man nehme den Beschluss zur Kenntnis. Für die Öffnung von Blumenläden ab Montag habe man noch Verständnis, da es sich um verderbliche Ware handle, sagte Hoogvliet. Aber: „Hammer und Farbe verderben nicht so schnell.“

Das bayerische Kabinett beschloss am Dienstag bei seiner Sitzung in München, dass die zur Eindämmung der Corona-Pandemie vorübergehend geschlossenen Baumärkte vom kommenden Montag an wieder regulär für Kunden öffnen dürfen.    

Kretschmann dämpft Hoffnung des Handels auf baldige Wiedereröffnung

Unterdessen dämpfte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) die Hoffnung des Handels auf eine baldige Wiedereröffnung der Geschäfte. Diese sei nur möglich, wenn die 7-Tage-Inzidenz stabil unter 35 liege, erklärte der Grünen-Politiker. Dennoch könne es nicht sein, dass Geschäfte über weitere Wochen kaum etwas verkaufen könnten. Das Konzept Click&Meet, also Einkaufen nach Terminvergabe, könnte eine Perspektive sein.

Der Grünen-Politiker mahnte, die momentane Lage sei wegen der Auswirkungen der ansteckenderen Corona-Mutanten „hochproblematisch“. Man müsse Vorsicht walten lassen, er wolle deshalb nur „stücklesweise“ vorgehen. Über weitere Öffnungen soll am 3. März die nächste Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) entscheiden.  

          

               


Thomas Zimmermann

Thomas Zimmermann

Autor

Thomas Zimmermann ist seit Dezember 2020 in der Stadtredaktion der Heilbronner Stimme. Zuvor arbeitete der ehemalige Radioreporter und Magazinmacher ab Februar 2015 in der Hohenloher Zeitung und berichtete vor allem über Künzelsau und Umgebung. In der Stadtredaktion berichtet Zimmermann vor allem über Handel, Gastronomie, Stadtpolitik und Gerichtsverhandlungen.

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