Holpriger Schulstart, weil die digitale Lernplattform schwänzt

Stuttgart  Wie bereits zum Ende des vergangenen Jahres werden die meisten Schüler auch beim Start ins neue Jahr über den Computer unterrichtet. Vorausgesetzt, die Software funktioniert.

Von dpa und unserer Redaktion
Email
Die Lernplattform.

Zum Schulauftakt nach den Weihnachtsferien haben die meisten Schüler in Baden-Württemberg am Montag wieder den Computer eingeschaltet - wenngleich mit Hindernissen. Denn das Comeback des Fernunterrichts nach der Urlaubspause gestaltete sich zumindest beim Start ziemlich holprig.

In den ersten Stunden nach dem Unterrichtsbeginn setzte die digitale Lernplattform Moodle in Ton und Bild immer wieder aus. Über Twitter beschwerten sich zahlreiche genervte Lehrer und Eltern.

Auch auf der Stimme-Facebookseite sammelten sich bis zum Montagmittag mehr als 200 Kommentare an. Die Nutzer berichten von überlasteten Lernplattformen und ausgefallenen Videokonferenzen. Eine Nutzerin schreibt: "Das ist ein Jammer, dass es in einem Land wie unserem nicht einmal möglich ist, einen vernünftigen Onlineunterricht anzubieten, geschweige denn eine Plattform, die überhaupt funktioniert und nicht sofort überlastet ist. Aber von meinen Kindern wird trotz alle dem ein reibungsloser Ablauf verlangt, es wird der selbe Stoff abgefragt."

Kritik kommt auch von der Opposition

Die beißende Kritik von SPD und FDP ließ dagegen nicht lange auf sich warten: «Die Kultusministerin hatte über neun Monate Zeit, um ein funktionierendes Fernlernsystem auf die Beine zu stellen», sagte SPD-Generalsekretär Sascha Binder. «Aber sie war vermutlich einfach zu beschäftigt mit ihren Wahlkampfveranstaltungen.»

Twitter-Beitrag

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellung kann Ihnen dieser Twitter-Beitrag nicht angezeigt werden.

Hier können Sie eine Änderung Ihrer Einstellungen vornehmen, um den Inhalt anzusehen.

Datenschutzeinstellungen ändern

Bitte beachten Sie, dass durch die Einwilligung des Dienstes Cookies gesetzt werden können. Weitere Informationen erhalten Sie in der Datenschutzerklärung.

FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke warf Kultusministerin Susanne Eisenmann und Digitalminister Thomas Strobl (CDU) Totalversagen vor. «Früher hieß es: Wir können alles außer Hochdeutsch! Heute heißt es: Wir können alles außer Schule und impfen!», sagte Rülke in Anlehnung an eine Werbekampagne des Landes.

Geht Baden-Württemberg einen Sonderweg?

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie sollen Kitas und Grundschulen in Baden-Württemberg frühestens am kommenden Montag flächendeckend Präsenzunterricht anbieten, alle anderen Schularten nehmen diesen dagegen nicht vor Ende Januar wieder auf. Mit der vorsichtigen Öffnung ab dem 18. Januar und abhängig vom Infektionsgeschehen geht Baden-Württemberg einen Sonderweg: Die meisten anderen Bundesländer lassen Schulen wie vereinbart generell geschlossen. Im Südwesten will die Landesregierung am Donnerstag entscheiden.

Ausnahmen von der Regel gab es bereits am Montag. Denn statt Fernunterricht konnten Schulen in den Abschlussklassen auch Präsenzunterricht anbieten, wenn dies unbedingt notwendig ist, um eine Prüfung vorzubereiten. Die Entscheidung liegt jeweils bei den Schulleitungen. Ebenfalls geöffnet wurden die sogenannten Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) mit den Förderschwerpunkten geistige Entwicklung und körperliche und motorische Entwicklung.

Kitas bleiben dagegen weiter geschlossen. Dort und für Schüler der Klassen 1 bis 7 wird eine Notbetreuung angeboten - allerdings nur für Kinder, «deren Eltern zwingend auf eine Betreuung angewiesen sind», wie das Kultusministerium festgelegt hat. Eltern müssen nachweisen, «dass beide entweder in ihrer beruflichen Tätigkeit unabkömmlich sind oder ein Studium absolvieren oder eine Schule besuchen, sofern sie die Abschlussprüfung im Jahr 2021 anstreben».


Corona Newsletter

Kommentar hinzufügen
In diesem Artikel findet keine Diskussion statt. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen.