Kommentar: Chance auf den Neustart

Meinung  Manuel Hagel ist die Zukunftshoffnung der Südwest-CDU. Nun muss er die Erwartungen erfüllen. Ein Kommentar von unserer Korrespondentin Ulrike Bäuerlein.

Von unserer Korrespondentin Ulrike Bäuerlein
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Wolfgang Reinhart (l) begrüßt vor der Sitzung der CDU-Landtagsfraktion Manuel Hagel (r).

Geräuschlos und getragen von ungewohnter Eintracht, hat an der Spitze der CDU-Landtagsfraktion eine neue Zeitrechnung begonnen. Ohne Gegenkandidaten, mit nur zwei Gegenstimmen, haben die Abgeordneten den gerade erst 33 Jahre alt gewordenen CDU-Generalsekretär Manuel Hagel zum neuen Fraktionsvorsitzenden gewählt.

Noch nie saß auf diesem Stuhl ein so junger Mann, und noch nie kam die CDU-Landtagsfraktion bei der Neubesetzung des Amtes ohne Schlammschlacht und ohne Kampfkandidatur aus. Und das, obwohl in CDU-Reihen in den vergangenen Wochen auch zu hören war, dass Manuel Hagel als CDU-Generalsekretär für das Landtagswahlergebnis mit in der Verantwortung stehe. Aber während die unterlegene Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann der Politik den Rücken kehrt, kommt künftig an Hagel als CDU-Fraktionschef im Landtag niemand mehr vorbei. Kann so ein Neustart gelingen?

Die Chancen stehen gut. Denn der stets verbindliche Oberschwabe hat als Generalsekretär bewiesen, dass er kein Spalter ist, sondern auf Stärke durch Einigkeit setzt. Hagel lässt sich nicht in Lager ziehen und hat im Wahlkampf die monströse Aufgabe souverän gemeistert, sowohl seinem Förderer Thomas Strobl als auch dessen Kontrahentin Eisenmann gegenüber loyal zu bleiben. Manuel Hagel ist jetzt das neue Gesicht und die Zukunftshoffnung der Südwest-CDU. Aber die Erwartungen sind riesig. Ob er sie erfüllen kann, wofür er politisch steht, wie er die CDU in der Regierung von den Grünen abgrenzen und ihr zu einem modernen Profil verhelfen will, muss er noch unter Beweis stellen.

 


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