Zweikampf um Vorsitz der Frauen Union Baden-Württemberg

Stuttgart (dpa/lsw)  Die Frauen Union Baden-Württemberg wählt bald eine neue Vorsitzende. Es gibt zwei Bewerberinnen, die ein gemeinsames Ziel eint: die CDU für Frauen attraktiver zu machen.

Inge Gräßle spricht vom Rednerpult aus
Inge Gräßle spricht beim Landesparteitag der baden-württembergischen CDU.

Zwei Politikerinnen konkurrieren um die Nachfolge der scheidenden Vorsitzenden der Frauen Union in Baden-Württemberg, Inge Gräßle. Dies sind Wirtschaftsstaatssekretärin Katrin Schütz, die auch Vorsitzende der Frauen Union Nordbaden ist, und Susanne Wetterich, die die Frauen Union in Nordwürttemberg anführt. Beide gaben ihre Kandidaturen nun bekannt. Der Vorstand der Frauen Union wird beim Delegiertentag am 20. Juli in Urbach (Rems-Murr-Kreis) für einen Zeitraum von zwei Jahren neu gewählt. Die bisherige Vorsitzende Gräßle zieht sich aus der Politik zurück, nachdem sie ihr Mandat im Europaparlament verloren hat.

Die 58 Jahre alte Gräßle hatte wiederholt die Vorherrschaft von Männern in der CDU angeprangert. Nach der Europawahl erklärte sie, es sei ein großer Fehler gewesen, die ersten vier Plätze der baden-württembergischen CDU-Liste zur Europawahl mit vier Männern zu besetzen. Gräßle stand auf dem fünften Platz der Liste und verpasste deshalb den Wiedereinzug ins Parlament. Wiederholt mahnte sie auch eine Reform des Landtagswahlrechts an, um mehr Frauen in den Landtag zu bringen. Dieser Reform hatte sich aber die CDU-Landtagsfraktion entgegengestellt, so dass sich erstmal nichts ändern wird. In der Frauen Union sind die weiblichen Mitglieder der CDU organisiert.

Wirtschaftsstaatssekretärin Schütz war unter CDU-Landeschef Thomas Strobl bereits Generalsekretärin. Die 52-Jährige sagt von sich: «Ich stehe für eine wertebewusste und moderne Politik.» Sie wolle auch junge Frauen für eine Mitarbeit in der Frauen Union gewinnen. Konkurrentin Wetterich (63), die als selbstständige Journalistin in Stuttgart arbeitet, erklärte, es komme darauf an, neue Wege zu gehen, um Jüngere, Menschen in den großen Ballungsräumen und Frauen besser anzusprechen. In der CDU gebe es einen unterdurchschnittlichen Frauenanteil bei den Mandatsträgern, in den Führungsgremien und unter den Mitgliedern. Das erweise sich zunehmend als Nachteil.


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