ZF-Chef: Merkels Kurs gegen Eurobonds unhaltbar

Leutkirch (dpa/lsw)  Der Chef des drittgrößten deutschen Autozulieferers ZF Friedrichshafen, Hans-Georg Härter, hält Eurobonds für beschlossene Sache. «Ich verstehe gut, dass die Bundeskanzlerin (Angela Merkel, CDU) versucht, Eurobonds zu verhindern. Ich unterstütze Merkel sogar in dieser Haltung.

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ZF-Chef Hans-Georg Härter. Archivfoto: Marijan Murat

Aber ehrlich gesagt: Ihr Kurs wird sich nicht halten lassen», sagte Härter der «Schwäbischen Zeitung» (Samstag/Leutkirch). Um den Euro zu stärken, seien Transferleistungen unvermeidlich. «Wir müssen wohl unseren Länderfinanzausgleich auf Europa übertragen.» Zudem müssten die globalen Finanzströme reguliert werden, so Härter. Es sei inakzeptabel, «dass vagabundierendes Geld ganze Volkswirtschaften aushebelt». Insgesamt sind die Versuche zur Euro-Rettung nach Ansicht Härters unzureichend. «Ich beobachte mit großer Sorge, dass es kein durchgängiges politisches Konzept gibt.» Obwohl sein eigener Konzern bisher von Problemen verschont geblieben sei, rechne er mit einem Übergreifen der Finanzkrise auf die Industrie. Für ZF bekräftigte er die Prognose, im Jahr 2015 einen Umsatz von 20 Milliarden Euro zu erzielen.


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