Weniger Sozialwohnungen im Land

Südwesten  Die Zahl der Sozialwohnungen im Land reduziert sich laut Wirtschaftsministerium bis 2030 um rund ein Drittel. Langfristig sollen jährlich rund 1500 Sozialwohnungen neu gebaut werden.

Von Michael Schwarz

Hochhaus
In Baden-Württemberg wird es künftig weniger Sozialwohnungen geben. Foto: dpa

Die Zahl der vom Staat geförderten Sozialwohnungen wird sich in Baden-Württemberg bis 2030 um rund ein Drittel reduzieren. Das geht aus einer Anfrage der Landtagsfraktion der Grünen an das Stuttgarter Wirtschaftsministerium hervor.

In dieser geht das Haus von Ministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) davon aus, dass es 2030 nur noch etwas mehr als 38.000 soziale geförderte Wohnungen im Südwesten geben wird. 2016 seien es etwas mehr als 57.000. Doch die grün-schwarze Koalition will gegen den Wegfall der Sozialwohnungen in den nächsten Jahren vorgehen.

„Bezahlbarer Wohnraum ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, erklärte die wohnungsbaupolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Susanne Bay aus Heilbronn. „Wir werden dafür sorgen, dass auch diejenigen, die schon lange hier leben, mit Wohnraum versorgt werden.“

Die neuesten Zahlen aus dem Wirtschaftsministerium beruhen auf einer Studie des Hannoveraner Eduard Pestel Instituts für Systemforschung. „Anhand des nachvollziehbaren Rückgangs des Bestands wird der Handlungsdruck auch für die Zukunft erkennbar, so dass die bindungsbegründete Wohnraumförderung als Daueraufgabe anzusehen ist“, sagte Hoffmeister-Kraut. In dem Papier gibt die CDU-Politikerin als Ziel aus, dass in Baden-Württemberg langfristig jährlich rund 1500 sozial gebundene Wohnungen neu gebaut werden sollen.

Hoffmeister-Kraut rechnet zudem damit, dass in Baden-Württemberg in den nächsten Jahren insgesamt immer weniger Wohnungen neu gebaut werden. In der Anfrage kalkuliert sie  mit „einem Absinken des derzeit bei 50 000 Wohnungen liegenden kurzfristigen jährlichen Neubaubedarfs auf rund 47 000 Wohnungen im Jahr 2017 und weiter bis auf knapp 40 000 Wohnungen im Jahr 2022“. 

Um die Probleme anzugehen, hat Grün-Schwarz bereits im Juli dieses Jahres unter der Leitung von Hoffmeister-Kraut die Wohnraum-Allianz ins Leben gerufen. Es wurden extra Arbeitsgruppen gebildet, die sich mit den zentralen Herausforderungen beschäftigen. Die nächste Sitzung der Wohnraum-Allianz findet am 8. Dezember statt.


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