Wegen Schweinepest: Hauk will verstärkt weibliche Wildschweine jagen

Stuttgart  Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk hat einen Maßnahmenplan zur Vermeidung und möglichen Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest auf den Weg gebracht. Ein zentraler Punkt des drei Millionen Euro schweren Konzepts: weibliche Wildschweine abschießen.

Von Michael Schwarz
Weiblichen Wildschweinen geht es wegen der Afrikanischen Schweinepest an den Kragen. Foto: dpa

Damit sich der Tierbestand nicht weiter erhöht, fordert Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) die Jäger im Südwesten dazu auf, wegen der drohenden Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest verstärkt weibliche Wildschweine abzuschießen. Dies geht aus dem Zwölf-Punkte-Maßnahmenkatalog hervor, der am Dienstag vom grün-schwarzen Kabinett verabschiedet wurde. Das Konzept liegt der Heilbronner Stimme vor.

Schonzeit soll einmalig ausgesetzt werden

Hauk bezeichnet in der Vorlage die Bejagung von weiblichen Wildschweinen mit Frischlingen als ein Mittel zur wirksamen Reduktion der Schwarzwildbestände im Südwesten. Zudem hat Grün-Schwarz entschieden, die zweimonatige Schonzeit für die Bejagung von Schwarzwild 2018 einmalig auszusetzen. Damit dürfen Wildschweine in diesem Jahr auch im März und April geschossen werden.

Weiter soll im Herbst dieses Jahres in den Regierungsbezirken Tübingen und Freiburg bei einer groß angelegten Übung der Ernstfall bei einem Ausbruch der Seuche in Baden-Württemberg geprobt werden. Laut dem Minister würde die Seuche vor allem durch Sekrete infizierter Wildschweine übertragen. Deswegen will er die Zahl der Verwahrstellen, in denen tote Tiere gesammelt werden, im gesamten Land von aktuell 81 auf 153 erhöhen. „Durch die Einrichtung eines flächendeckendes Netzes von Verwahrstellen wird das Risiko der Weiterverbreitung in der Wildschweinpopulation erheblich reduziert“, erklärt Hauk.

Weitere Mittel sind möglich

Grün-Schwarz plant für das gesamte Konzept zur Vorbeugung und möglichen Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest 2018 zunächst Zusatzkosten in Höhe von bis zu drei Millionen Euro ein. Vom Verlauf der Seuche soll abhängig gemacht werden, „ob weitere haushaltsrelevante Maßnahmen getroffen werden müssen“, so Hauk in der Vorlage. Am kommenden Freitag sollen die Maßnahmen dann bei einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Hintergrund ist die rasante Ausbreitung der Seuche in den baltischen Staaten, Polen, der Tschechischen Republik sowie in Rumänien. Es wird befürchtet, dass sich die Afrikanische Schweinepest auch auf Wildschweine in Deutschland übertragen könnte. Die Krankheit führt bei Schweinen zum Tod, ist aber für Menschen nicht gefährlich. Alleine in Baden-Württemberg werden bislang pro Jahr rund 50.000 Wildschweine geschossen. 

 


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