Verunsicherung durch Fake-Nachricht über angeblichen Terroranschlag

Mannheim  Mit einem absurden Bericht über einen angeblichen Terroranschlag in Mannheim hat der Rheinneckarblog in der Nacht auf Sonntag für Aufregung gesorgt. Die Mannheimer Polizei sieht sich zu einer Klarstellung genötigt: Es handle sich um einen erfundenen Text.

Von Adrian Hoffmann

„Der geschilderte Sachverhalt ist nicht real“, schreibt die Mannheimer Polizei auf Facebook und Twitter. Der Rheinneckarblog hatte auf der eigenen Webseite und auch auf Facebook auf den angeblichen Anschlag aufmerksam gemacht, was die meisten Nutzer allerdings sogleich als Fake-News erkannten - einige reagierten entsprechend empört.

 

 

Ein Sprecher der Mannheimer Polizei sagte in der Nacht auf Anfrage von Stimme.de, dass es derzeit verunsicherte Rückfragen von Bürgern gebe. Es sei nicht auf den ersten Blick ersichtlich, dass es sich um eine Fake-Nachricht handle. Brisant: Der Betreiber des Portals hatte sich nach Angaben der Polizei kurz vor der Veröffentlichung der Fake-Nachricht gemeldet und angekündigt, dass ein erfundener Text veröffentlicht werde. 

Inzwischen entwarnen auch die Feuerwehren in Mannheim und Umgebung auf Facebook. Auch bei ihnen waren entsprechende Anfragen von besorgten Bürgern eingegangen.

Hintergrund ist wohl Medienkritik

Was der Hintergrund für den erfundenen Bericht sein könnte, lässt ein aktueller Facebook-Post des Rheinneckarblog-Betreibers in der Nacht auf Sonntag erahnen. Es geht um die Demonstrationen in Kandel, wo seit Monaten Rechte gegen Flüchtlinge auf die Straße gehen - erst am Samstag wieder. Der Rheinneckarblog-Betreiber beklagt sich über die angebliche „Lügenpresse“. 

Die Idee für einen solchen Beitrag habe er schon länger gehabt, schreibt der Blog-Betreiber auf Anfrage von Stimme.de. Er habe bereits im Dezember sowohl den Mannheimer Oberbürgermeister als auch den Polizeipräsidenten dazu angeschrieben (mit Textentwurf), die beide ihre Sorge geäußert hätten.

Die Polizei will nun prüfen, welche rechtliche Konsequenzen diese Aktion für den Betreiber haben könnte, so ein Polizeisprecher.

 

 

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