Verfassungsschutz-Präsidentin macht sich angreifbar

Kommentar  Es gibt viele Fragen und derzeit keine einzige Antwort, die Beate Bube entlasten würde. Stimme-Redakteur Christian Gleichauf kommentiert.

Von Christian Gleichauf
Verfassungsschutz-Präsidentin macht sich angreifbar

Eine Verfassungsschutzpräsidentin, die dazu bereit ist, sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit AfD-Mitgliedern zu treffen, macht sich angreifbar. Warum sollte Beate Bube also so etwas tun? Mindestens zwei mögliche Antworten gibt es darauf. Entweder sie hält es mit Hans-Georg Maaßen, und es ist ihr egal. Oder sie ist unglaublich naiv. Bube selbst führt dazu nichts an, was als entlastend gewertet werden kann.

Die AfD behauptet übrigens, die Verfassungsschützerin habe auf Nichtöffentlichkeit bestanden. Wenn das so ist, könnte Bube denn wirklich erwarten, dass so etwas geheim bleibt? Und wenn nicht, dann hat wohl die AfD Interesse an einer Privatveranstaltung gehabt. Wie könnte man so einem Wunsch nur entsprechen? Wieder gibt es zwei mögliche Wahrheiten, und bei keiner sieht Bube gut aus.

Man könnte trotzdem auf die Idee kommen zu fragen: Dürfen Vertreter staatlicher Einrichtungen etwa nichts mit der AfD zu tun haben? Schließlich sitzt die Partei im Landtag, ist also zu behandeln wie jede andere auch. Doch die AfD ist keine Partei wie jede andere. Sie möchte es gar nicht sein. Ein Großteil der AfD-Funktionsträger hält die Demokratie in Deutschland für krank und sieht staatliche Institutionen als unglaubwürdig an. Wer als Vertreter einer solchen Institution und als Schützerin der Demokratie Aufklärungsarbeit bei dieser Partei leisten möchte, sollte so transparent wie möglich agieren. Man kann es drehen und wenden wie man will. Beate Bube hat hier alles falsch gemacht.

Ihre Meinung? christian.gleichauf@stimme.de

 

 


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