Urteil im Prozess um Brandanschlag auf Moschee erwartet

Heilbronn (dpa/lsw)  Nach einem Brandanschlag auf eine Moschee in Lauffen bei Heilbronn wird am heutigen Freitag ein Urteil gegen drei mutmaßlichen Täter erwartet. Die Staatsanwaltschaft fordert unter anderem wegen versuchten Mordes Freiheitsstrafen von vier Jahren und drei Monaten, vier Jahren und zehn Monaten sowie sieben Jahren. Die Verteidiger plädieren auf Freispruch.

Brandanschlag auf Moschee
Die Moschee in Lauffen, auf die der Brandanschlag ausgeübt wurde.

Die Angeklagten sollen am 9. März 2018 mehrere Brandsätze auf die Räume einer islamischen Gemeinschaft geworfen haben, während der Imam und seine Frau dort schliefen. Die beiden konnten sich rechtzeitig retten, verletzt wurde niemand. Die Anklage ging von einem politischen Motiv aus. Es soll sich um eine Racheaktion für Angriffe der türkischen Armee auf den syrischen Ort Efrîn gehandelt haben. Eine Komplizin habe die Tat gefilmt. Später seien die Bilder auf Internetseiten aufgetaucht, die der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK nahestünden.

Das Gebetshaus wird von der Islamischen Gemeinschaft Millî Görü? («Nationale Sicht») betrieben. Diese wurde in der Türkei von dem verstorbenen islamisch-konservativen Politiker Necmettin Erbakan gegründet, der als enger Vertrauter des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan galt. Im Dezember war in Ulm der Prozess gegen sechs Männer nach einem Anschlag auf eine Ulmer Moschee derselben Gemeinschaft gestartet.


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