Umstrittenes AKW Fessenheim nach Leck stillgelegt

Straßburg  Fessenheim ist nur 30 Kilometer von Freiburg entfernt. Neue Pannen am ältesten französischen Atomreaktor bringen deutsche Umweltschützer in Rage. Sie pochen auf ein Versprechen aus Paris.

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Das Atomkraftwerk Fessenheim, Frankreich. Foto: Christophe Karaba/Archiv

Das elsässische Atomkraftwerk Fessenheim an der deutschen Grenze steht nach Angaben des Betreibers EDF seit Samstag still. Wegen undichter Rohrleitungen und Wartungsarbeiten seien zwei Reaktorblöcke stillgelegt worden, berichteten französische Medien am Sonntagabend. In Deutschland stießen die Pannen auf Kritik bei Grünen und Bürgerinitiativen: Grünen-Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl sagte, die Bundesregierung tue zu wenig für das Abschalten des Atomkraftwerks.

„Die erneute Panne an dem Schrottmeiler muss jetzt auch die Kanzlerin zum Handeln bewegen“, sagte Kotting-Uhl am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Merkel müsse den französischen Präsidenten François Hollande an sein Versprechen erinnern, Fessenheim 2016 endgültig abzuschalten. Hollande hatte 2012 angekündigt, das Atomkraftwerk zu schließen, der zugesicherte Termin wurde aber noch nicht bestätigt.

Die Stromproduktion von Reaktorblock 1 des Kraftwerks ist laut französischen Medien wegen undichter Rohrleitungen außerhalb der Nuklearzone gestoppt worden. Reaktorblock 2 war wegen geplanter Wartungsarbeiten in der Nacht zum Samstag für mehrere Wochen stillgelegt worden. Die Ursachen für die undichten Rohrleitungen würden untersucht, hieß es beim Stromkonzern EDF. Der Zwischenfall habe keinerlei Auswirkungen auf die Sicherheit der Einrichtung, des Personals oder die Umwelt.

Badisch-elsässische Bürgerinitiativen forderten am Montag, das Atomkraftwerk solle nach vielen Defekten nun endlich vom Netz genommen werden. Sie schließen sich Umweltschützern an, die seit Jahren die Stilllegung des ältesten Atomkraftwerks Frankreichs fordern. Seit 1977 ist das AKW in Fessenheim im französischen Elsass in Betrieb.

Bereits im Januar hatte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) in einem Schreiben an die französische Energieministerin Ségolène Royal eine schnellstmögliche Schließung des AKW gefordert. Sie bat darin, die Sorgen der Bürger im grenznahen Bereich über die Sicherheit des Atomkraftwerks zu berücksichtigen. lsw

 

 

 

 


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