Umstrittener Schlachthof öffnet wieder

Tauberbischofsheim  Der Schlachthofbetrieb in Tauberbischofsheim, der wegen Tierschutz-Verstößen schließen musste, darf unter strengen Auflagen den Betrieb wieder aufnehmen. Der Betrieb ist ein Lieferant der Fastfoodkette McDonalds.

Von Michael Schwarz
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Schlachthof Tauberbischofsheim
Der Betrieb war im Februar geschlossen worden, nachdem der Verein «Soko Tierschutz» (Augsburg) in dem Unternehmen mit versteckter Kamera gefilmt hatte. Foto: dpa

Der nach einem möglichen Tierschutz-Skandal geschlossene Schlachthof in Tauberbischofsheim wird nächste Woche den Betrieb unter strengen Auflagen wieder aufnehmen. Dies kündigte Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) gegenüber der Heilbronner Stimme an.

"In den kommenden Wochen unterliegt der Schlachthof einer intensiven Überwachung. Erst wenn es bei einer anschließenden Endabnahme nichts zu beanstanden gibt, wird der Schlachthof wieder dauerhaft zugelassen", so Hauk. Mitte Februar wurde dieser von den Behörden bis auf Weiteres geschlossen wegen erheblicher tierschutzrechtlicher Verstöße.

Probeschlachtung wurde ausgewertet

Der Schlachthof gehört zur Firma OSI, die ihren Europa-Sitz in der nähe von Augsburg hat und ein Lieferant der Fastfoodkette McDonalds ist. Der Verein Soko Tierschutz filmte die Vorgänge in dem Tauberbischofsheimer Betrieb. In den Aufnahmen soll zu sehen sein, dass Tiere vor der Schlachtung nicht ordnungsgemäß betäubt wurden - und nicht zugelassene Geräte eingesetzt wurden.

"Dem Schlachthof wurde ein umfangreicher Maßnahmenkatalog auferlegt. In diesem spielt der Tierschutz eine zentrale Rolle", so Hauk. Erst vor zwei Tagen gab es eine Probeschlachtung mit 80 Rindern. Die Ergebnisse wurden von den Behörden ausgewertet. Hauk: "Auf dieser Basis sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass der Betrieb zunächst unter Beobachtung wieder eröffnen darf." Heute debattiert über das Thema der Landtag.

 


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