Stuttgart-21-Gegner protestieren mit Aktionstag

Stuttgart/Heilbronn - Rund drei Wochen vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben Gegner des Milliarden-Bahnprojekts Stuttgart 21 landesweit mobil gemacht. Knapp hundert Demonstranten zogen in Heilbronn vom Busbahnhof Karlstraße durch die Innenstadt vor die Kilianskirche, wo eine Kundgebung stattfand.

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Stuttgart/Heilbronn - Rund drei Wochen vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben Gegner des Milliarden-Bahnprojekts Stuttgart 21 landesweit mobil gemacht. „Die Leute wollen wissen, wie Stuttgart 21 sie in ihrer Region betrifft“, sagte ein Mitorganisator des Aktionstags am Samstag in Radolfzell (Kreis Konstanz). „Wir sind keine Zukunftsverweigerer“, sagte er. Doch sie wollten dafür sorgen, dass über das Projekt bei der Landtagswahl am 27. März abgestimmt werde.

Unter dem Motto „Stuttgart 21 abwählen“ versuchten Hunderte Aktivisten unter anderem mit Info-Ständen in allen 70 Wahlkreisen die Menschen davon überzeugen, dass die geplante Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs und umfangreiche Tunnelbauten keinen Sinn machen. Aktionen gab es unter anderem in der Stuttgarter Innenstadt sowie in Heilbronn und Tübingen.

Aktion in Heilbronn

Auf dem Heilbronner Kiliansplatz fand eine Kundgebung mit Podiumsdiskussion statt. Um die Mittagszeit waren knapp hundert  Demonstranten vom Busbahnhof Karlstraße durch die Innenstadt vor die Kilianskirche gezogen. Die Veranstaltung lief zu jeder Zeit friedlich ab.

Kleine Proteste gab es auch in Berlin und München. In der Bundeshauptstadt hielten die Grünen eine Kundgebung vor der Bahn-Zentrale am Potsdamer Platz ab. In München informierten die Aktivisten Passanten an einem Infostand. Für Stuttgart 21 soll für 4,1 Milliarden Euro der Stuttgarter Hauptbahnhof unter die Erde verlegt und mit der geplanten 2,89-Milliarden-Euro-Schnellbahntrasse nach Ulm verbunden werden.

Grüne: Starkes Signal

Die Grünen bewerteten den Aktionstag als „starkes Signal gegen das Milliardengrab Stuttgart 21“. Landtagswahl-Spitzenkandidat Winfried Kretschmann versprach erneut eine Volksabstimmung im Fall einer Regierungsbeteiligung seiner Partei. Das Prestigeprojekt müsse verhindert werden - das Geld werde dringender für den Nahverkehr und andere Projekte gebraucht. lsw/ub

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