Strobl sagt Teilnahme am Bundestreffen der Werte-Union ab

Stuttgart (dpa/lsw)  CDU-Parteivize Thomas Strobl hat seine Teilnahme am Bundestreffen der konservativen Werte-Union abgesagt. Ein Sprecher der CDU Baden-Württemberg begründete die Entscheidung am Mittwoch in Stuttgart damit, dass die Werte-Union vor der Veranstaltung den Fokus ausschließlich auf Personalfragen wie die Zukunft von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gelegt habe.

Thomas Strobl (CDU)
Thomas Strobl (CDU), Parteivize und baden-württembergischer Vize-Regierungschef, hält Akten in der Hand.

Diese Art von Selbstbeschäftigung halte Strobl für schädlich. Strobl selbst teilte mit: «Ich werde alles dafür tun, zu diesen selbstzerstörerischen Selbstbeschäftigungsprozessen keinerlei Beiträge zu leisten - in Baden-Württemberg nicht und auch anderswo nicht.» Der Vorsitzende der Werte-Union, Alexander Mitsch, bedauerte Strobls Absage.

Zuerst hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag) über die Absage Strobls berichtet, der auch baden-württembergischer Vize-Regierungschef und Innenminister ist.

Die Werte-Union gründete sich vor rund zwei Jahren. Die Mitglieder kommen aus der CDU und deren angeschlossenen Verbänden. Sie sieht sich als Vertretung der konservativen Strömung in der Partei und forderte in der Vergangenheit Merkels Rücktritt. Zuletzt sprachen sich Vertreter der Werte-Union dafür aus, die Parteimitglieder über den nächsten Kanzlerkandidaten von CDU und CSU abstimmen zu lassen. Der Bundesverband hat für diesen Samstag zu einem Treffen in Filderstadt bei Stuttgart geladen. Dazu wird auch der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, erwartet.

Strobels Absage sei bedauerlich, «weil wir gern mit ihm darüber diskutiert hätten, wie die CDU wieder ein klareres Profil bei den dringenden Themen Innere Sicherheit, Senkung der Steuern und Abgaben sowie in der Asylpolitik bekommen kann», sagte Alexander Mitsch. «Offensichtlich wurde aber der Druck der Parteiführung und des Kanzleramts auf Herrn Strobl so groß, dass er die Diskussion mit der Parteibasis nicht mehr führen wollte», erklärte Mitsch. «Wir sehen uns dadurch darin bestätigt, dass die CDU auch angesichts der verheerenden Umfragewerte dringend eine neue Diskussionskultur braucht.»


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