Schüler funken mit „Astro-Alex“

Herrenberg/Künzelsau  Sie hatten nur wenige Minuten Zeit. Schüler des Schickhardt-Gymnasiums in Herrenberg funkten am Mittwoch hoch zur ISS für ein Live-Interview mit dem Künzelsauer Astronaten Alexander Gerst.

Von dpa und unserer Redaktion

Für elf Minuten konnten Schüler mit Alexander Gerst sprechen. Foto: dpa

Schüler des Schickhardt-Gymnasiums in Herrenberg bei Stuttgart haben am Mittwoch ein Funk-Interview mit dem Künzelsauer Astronaten Alexander Gerst (42) geführt. Gut elf Minuten Zeit hatten sie zusammen mit einem Gymnasium in Leverkusen, um Fragen zum Leben auf der Internationalen Raumstation ISS zu stellen.

400 Kilometer über ihnen erzählte Gerst unter anderem, dass er einmal die Woche Staub wischen muss, eine Kerzenflamme rund ist, er nichts davon hält, Müll im All zu entsorgen und die Astronauten bei einem medizinischen Notfall innerhalb eines Tages auf der Erde sein könnten.

Das Gespräch im Minutenprotokoll

  • 12.31 Uhr: Den Berechnungen zufolge steht die ISS über dem Atlantik. Man hört nur ein Rauschen. Die Spannung steigt.

  • 12.32 Uhr: Dreimal gehen die Rufe der Schüler aus Leverkusen in die Leere, dann ist die Stimme von Alexander Gerst deutlich zu hören.

  • 12.34 Uhr: Tessa (11) aus Leverkusen fragt, welche alltäglichen Dinge Gerst vermisst. Duschen und Laufen im Wald, antwortet er.

  • 12.35 Uhr: Die erste Frage aus Herrenberg. Roman (16) möchte wissen, ob man von der ISS Feuerwerk sehen kann. Ja, sagt Gerst. Als kleine Blitze könne er gerade die abendlichen Touristenfeuerwerke an der italienischen Küste erkennen.

  • 12.36 Uhr: Hält er Leben auf Mars und Mond für möglich? Eigentlich nicht, antwortet „Astro-Alex“, zumindest nicht in absehbarer Zeit. „Sie sind recht lebensfeindlich.“

  • 12.37 Uhr: Der 17-jährige Max vom Schickhardt-Gymnsium möchte wissen, was Gerst von der Idee hält, Müll im All zu entsorgen. Gar nichts, sagt der. „Das wäre die dümmste Idee, die es gibt.“

  • 12.38 Uhr: Charlotte (13) aus NRW fragt, wie sauber die Luft auf der ISS ist. „Wir müssen einmal in der Woche Staub wischen“, erzählt Gerst.

  • 12.40 Uhr: Max (14) aus Herrenberg will wissen, wie schnell das Internet auf der ISS ist. Es gibt kein Internet dort, sagt Gerst. Beim Twittern etwa helfen ihm Freunde auf der Erde.

  • 12.41 Uhr: Vielleicht noch eine Minute. Anne (17) erfährt, dass jedes Besatzungsmitglied der ISS in einem medizinischen Notfall - und wenn Antibiotikum nicht anschlägt - innerhalb eines Tages unten sein kann.

  • 12.42 Uhr: Benjamin (9) aus Herrenberg kann seine Frage noch stellen. Und erfährt, dass Gerst im All sehr gerne Gemüse isst - im Gegensatz zum Alltag auf der Erde.

  • 12.43 Uhr: Wie viel vom Dank aus Deutschland Gerst dort oben noch hört, ist nicht klar. Auf die Sekunde genau geht seine Stimme im Rauschen unter. Die ISS fliegt mit 28.000 Stundenkilometern Richtung Osttürkei davon.

 

Insgesamt haben in den nächsten Monaten Schüler von 15 deutschen Schulen im Rahmen des „Amateur Radio in the International Space Station (ARISS)“-Projekts die Chance zu solchen Interviews. Unterstützt wird das Ganze vom Deutschen Amateur-Radio Club (DARC) und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

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Start der Sojus-Rakete

Dieses außergewöhnliche Video entstand beim Raketenstart Anfang Juni in Baikonur. Es zeigt Alexander Gerst zusammen mit den seinen beiden Crew-Kollegen beim Flug ins All. Die drei Astronauten wirkten etwas angespannt, doch nach der Ansage „Lift off!“ lächelten sie in die Kamera. Das Video ist unter anderem auf "Astro-Alex'"-Twitter-Account zu finden.

 

 

Live-Stream und -Blog vom Start

Hier gibt es den Raketenstart in Baikonur aus einer weiteren Perspektive zu sehen - unter anderem gab es auch Einblendungen aus Künzelsau. In einem Blog berichteten wir über die Feierlichkeiten in Alexander Gersts Heimatstadt. >>Hier geht's zum Live-Blog

Wer den Start noch einmal sehen möchte, kann ihn sich in diesem Video anschauen (Start ab  ca 1:13 Stunden).