SPD-Generalsekretärin in spe mit Altlasten: Luisa Boos

Stuttgart/Heilbronn  Die Parteilinke Boos will neue Generalsekretärin der SPD Baden-Württemberg werden - trotz parteiinterner Kritik.

Die designierte Landesvorsitzende der SPD-Baden-Württemberg, Breymaier, hat Boos als neue SPD-Generalsekretärin vorgeschlagen. Foto: dpa  

Es war der Irak-Krieg, der für Luisa Boos vor zehn Jahren den Ausschlag für den Eintritt in die SPD gab. Das Nein des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder (SPD) an einer Beteiligung Deutschlands an dem militärischen Konflikt hat sie beeindruckt. Nun will die Parteilinke Boos neue Generalsekretärin der SPD Baden-Württemberg werden - trotz parteiinterner Kritik.

In den Jahren 2011/2012 war Boos als Vize-Chefin der Jusos in einem Internet-Forum unterwegs, in dem linke Jusos auf üble Weise gegen andere Genossen hergezogen haben. Die Wunden der damaligen Auseinandersetzung sind bis heute nicht richtig verheilt. In mehreren Interviews erklärte die Gescholtene, sie bedauere, dass die Situation damals so eskaliert sei. Sie habe daraus gelernt.

Boos, die deutsch-bosnische Wurzeln hat, lebt als alleinerziehende Mutter eines Sechsjährigen in Sexau im Landkreis Emmendingen. Seit 2009 arbeitet sie für die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis, die wie sie selbst zum linken Parteiflügel zählt. Zeitweise studierte sie Politikwissenschaft und Soziologie, brachte das Studium aber nicht zu Ende. In ihrer Freizeit geht Boos im Sommer segeln, im Winter fährt sie Snowboard. „Und gerne zieht es mich auch mal zu Konzerten regionaler Bands quer durch mein Südbaden.“ lsw