Neuer Verein will sich gegen Antisemitismus einsetzen

Stuttgart (dpa/lsw)  Ein neuer Verein will sich gegen Antisemitismus einsetzen. Die Gründung des Vereins «Konsequent e.V. - Verein zur Abwehr des Antisemitismus» ist für den 29. Januar im baden-württembergischen Landtag geplant, wie der designierte Vorsitzende Guido Rebstock am Dienstag in Stuttgart mitteilte. Zu den Gründungsmitgliedern zählen die Landtagsfraktionschefs von Grünen, SPD, CDU und FDP, Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) und Baden-Württembergs Antisemitismusbeauftragter Michael Blume.

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Rebstock selbst war bis 2016 Ministerialdirigent im baden-württembergischen Wirtschafts- und Finanzministerium. Er will den Verein ehrenamtlich führen. Vereinsmitglied kann jeder werden - der Jahresbeitrag soll voraussichtlich 60 Euro betragen.

Hintergrund sei, dass es immer mehr antisemitische Gewalttaten in Deutschland gebe, sagte Rebstock. «Es hört einfach nicht auf.» Jeder, der sich gegen Antisemitismus wehren und die Demokratie verteidigen wolle, sei als Mitglied willkommen. Der Verein soll an die Tradition des 1890 gegründeten und 1933 aufgelösten «Verein zur Abwehr des Antisemitismus» anknüpfen, in dem sich bürgerlich-liberale Persönlichkeiten gegen einen wachsenden Antisemitismus engagierten.

Der Verein plant zum Beispiel Bildungsprojekte, Veranstaltungen und Debattenbeiträge. Er will über Formen von Judenfeindlichkeit aufklären und sich mit Gegenstrategien auseinandersetzen. Gerade in Baden-Württemberg gebe es ein starkes zivilgesellschaftliches Engagement, das es zu erhalten und zu stärken gelte, heißt es.


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