Neue Stromtrasse soll durch Salzwerke-Stollen laufen

Heilbronn  Baden-Württembergs Umweltminister plant, die Südlink-Stromtrasse durch das Bergwerk der Südwestdeutschen Salzwerke zu legen. Mit den Leitungen soll Windenergie aus Norddeutschland nach Baden-Württemberg transportiert werden.

Von Michael Schwarz
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In den Stollen der der Südwestdeutschen Salzwerke soll die neue Stromtrasse verlaufen. Foto: Archiv/Guido Sawatzki

 

Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) plant, den Verlauf der Südlink-Stromtrasse in der Region Heilbronn zu verändern. Diese soll nach Informationen der Heilbronner Stimme im Bergwerk der Südwestdeutschen Salzwerke (SWS) verlegt werden. Dies geht aus einer Kabinettsvorlage für die nächste Sitzung des grün-schwarzen Ministerrats am kommenden Dienstag hervor, die unserer Zeitung vorliegt.

Bislang war nicht vorgesehen, die Leitung in den Stollen der SWS verlaufen zu lassen. Untersteller: „Mit dem Alternativvorschlag würde eine innovative und raumschonende Kabelführung in das Verfahren der Bundesfachplanung eingebracht werden.“ Damit könne ein dicht besiedelter Raum mit viel Infrastruktur – in dem betroffenen Gebiet befinden sich die Autobahn 6, die Bundesstraßen 27 und 39, Bahnlinien und der Neckar – „geschickt unterfahren werden“, so Untersteller.

SWS unterstützen das Vorhaben

Nach Informationen des Ministers unterstützen die SWS das Vorhaben. „Da die SWS hinter dem Projekt stehen und in dieser Planungsphase keine grundlegenden Hindernisse erkennbar sind, erscheint das Vorhaben als prinzipiell machbar“, erklärte Untersteller weiter.

Im Vorfeld nahm die Transnet BW Kontakt mit den SWS auf und gab ein Gutachten über die Machbarkeit in Auftrag. Es wurde geprüft, ob die Bergwerke der SWS auf rund 15 Kilometern für eine alternative Kabelführung für Südlink verwendet werden können. „Als Ergebnis der rund halbjährigen Aktivitäten ist festzustellen, dass die SWS dem Vorhaben bis hin zur Vorstandsebene sehr positiv gegenüberstehen und dass das Gutachten über die prinzipielle Machbarkeit zu einem positiven Ergebnis gekommen ist“, sagte der Grünen-Politiker.

700 Kilometer lange Stromtrasse

Mit der Südlink-Leitung soll vor allem Windstrom aus dem Norden in die Verbrauchszentren im Süden transportiert werden. Die rund 700 Kilometer lange Südlink-Trasse ist eines von vier großen Netzausbauvorhaben in Deutschland und soll die Hafenstadt Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) mit dem Umspannwerk in Großgartach bei Heilbronn verbinden.

Die Zustimmung im Kabinett am Dienstag gilt dem Vernehmen nach als sicher. Als nächsten Schritt will das Stuttgarter Umweltministerium dann die betroffenen Kommunen Bad Friedrichshall, Heilbronn, Leingarten und Neckarsulm, sowie den Landkreis Heilbronn und den Regionalverband Heilbronn-Franken am 28. Juni über das geplante Vorhaben informieren.

Die Bundesnetzagentur soll dann in der Woche von 3. bis 9. Juli schriftlich in Kenntnis gesetzt werden. Erste Gespräche haben jedoch schon stattgefunden. Am 11. Juli will das Umweltministerium schließlich das Vorgehen formal bei einer Antragskonferenz in Heilbronn in das Verfahren einbringen.

 

Kommentar: Euphoriebremse

Die Kabel für die Suedlink-Trasse durch das Bergwerk zu legen, ist keine schlechte Idee, findet unser Wirtschaftsredakteur Heiko Fritze. Aber man sollte Kosten und Nutzen genau abwägen.

 


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