Ministerin will bei Digitalisierung mit Estland kooperieren

Tallinn (dpa/lsw)  Baden-Württemberg und Estland wollen beim Aufbau einer digitalen Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft enger zusammenarbeiten. Zum Auftakt ihrer Reise in die baltischen Staaten am Montag sprach sich Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut

Nicole Hoffmeister-Kraut in Estland
Nicole Hoffmeister-Kraut (l, CDU) begrüßt die Ministerin für Informationstechnologie von Estland Urve Palo (r).  

(CDU) bei einem Gespräch mit ihrer estnischen Amtskollegin Urve Palo für eine stärkere Kooperation aus. Potenzial dafür sahen beide Ministerinnen insbesondere bei der digitalen Verwaltung und Industrie 4.0.

«Wenn wir die Digitalisierung gestalten wollen, müssen wir schauen, dass wir den Anschluss nicht verlieren. Estland gehört hier zu den führenden Ländern in Europa», sagte Hoffmeister-Kraut der Deutschen Presse-Agentur in Tallinn. «Es ist sehr beeindruckend, wie früh diese Entwicklung in Estland erkannt wurde und auch als Chance gesehen wurde.»

Estland gilt in Europa als Pionier und Vorreiter der Digitalisierung. Der Baltenstaat war 2005 weltweit das erste Land, in dem Bürger online wählen konnten. Längst gibt es dort auch eine digitale Kfz-Zulassungsstelle, digitale Krankenakten und papierlose Verwaltungen.

«Wir freuen uns, unsere Expertise und Erfahrungen zu teilen», sagte Palo. Umgekehrt wolle Estland von Baden-Württemberg lernen, wie auch in der Industrie die Produktion mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik verzahnt werden kann. «Wir wollen damit auch im Privatsektor die Produktivität steigern.»

Estland ist die erste Station einer dreitägigen Reise vom 4. bis 6. Juni, die Hoffmeister-Kraut auch nach Lettland führen wird. Im Mittelpunkt steht dabei der Austausch über die Entwicklung der Digitalisierung und eine dynamische Gründungskultur. Begleitet wird die CDU-Politikerin von einer Wirtschaftsdelegation.