Lehrermangel an Grundschulen dauert erst einmal an

Stuttgart/Berlin (dpa/lsw)  Die Grundschulen in Baden-Württemberg haben mindestens noch bis zum Jahr 2023 mit einem Lehrermangel zu kämpfen. Bis dahin werden deutlich mehr Stellen durch Pensionierungen an den Schulen frei, als neue Lehrer zur Verfügung stehen. Erst 2024 gibt es genauso viele Lehramtsabsolventen im Grundschulbereich, wie Stellen zu besetzen sind.

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Von 2025 bis 2030 kehrt sich das Verhältnis dann um: Es gibt mehr Absolventen als freiwerdende Stellen. Umgekehrt ist die Situation für Gymnasiallehrer. Hier gibt es mehr neue Lehrer als Stellen zur Verfügung stehen - und das bis zum Jahr 2030.

Das geht aus einer am Freitag in Berlin vorgestellten Prognose mit dem Titel «Lehrereinstellungsbedarf und -angebot in der Bundesrepublik Deutschland 2019 - 2030» der Kultusministerkonferenz hervor. Sie listet auf, wie viele Lehrer pro Jahr, Bundesland und Schultyp jeweils voraussichtlich neu gebraucht und wie viele verfügbare Absolventen dem voraussichtlich gegenüberstehen werden.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sagte, im Südwesten sei der Lehrermangel ein Stück weit hausgemacht. Grund dafür seien die «Fehlplanungen» der grün-roten Landesregierung, die von 2011 bis 2016 regierte. Zu lange sei man fälschlicherweise von sinkenden Schülerzahlen ausgegangen, habe die Pensionierungswelle nicht zuverlässig einbezogen und die Zahl der Studienplätze nicht rechtzeitig angepasst. Die grün-schwarze Landesregierung habe hingegen eine solide Prognose zum Lehrerbedarf erarbeitet und die Zahl der Studienplätze etwa für das Lehramt Grundschule erhöht.


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