Land plant Innovationspark für künstliche Intelligenz
Stuttgart Nach Vorbildern in China und den USA soll in Baden-Württemberg eine kleine Stadt mit Startups und Forschungseinrichtungen entstehen. Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) hat dazu jetzt für 500.000 Euro eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben.
Von Michael Schwarz
Nach dem Cyber Valley in Tübingen und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) soll in Baden-Württemberg ein drittes Zentrum für Innovationen und Zukunftsforschung entstehen. Die Landesregierung plant die Errichtung eines Innovationsparks für künstliche Intelligenz (KI).
Hoffmeister-Kraut will Strukturen schaffen
"Um im internationalen KI-Wettbewerb in Zukunft mithalten zu können, dürfen wir keine Zeit verlieren und müssen für unsere Unternehmen in Baden-Württemberg unbedingt die passenden Strukturen schaffen", erklärt Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) gegenüber der Heilbronner Stimme. In dem Park sollen Produkte und Dienstleistungen aus dem Bereich künstliche Intelligenz entwickelt, getestet und möglichst schnell auf den Markt gebracht werden.
Park mit Startups und Forschungseinrichtungen
Nach Angaben des Wirtschaftsministerium sollen in dem neuen Park mindestens 100 Unternehmen Raum finden. Neben Firmen und Forschungseinrichtungen sollen sich auch Investoren für Risiko-Kapital ansiedeln. Bei der Größe des Parks denkt das Land eine Fläche von mindestens 50 Hektar. Hier wolle man sich an den ähnlichen Vorhaben in anderen Regionen Deutschlands orientieren. So soll beispielsweise am Münchener Flughafen der Innovationsstandort "Lab Campus" entstehen. Geplant ist dort ein branchenübergreifendes Innovationszentrum mit Startups, Unternehmen und Forschungseinrichtungen auf einer Fläche von insgesamt rund 70 Fußballfeldern.
Damit ein solcher Park auch in Baden-Württemberg entstehen kann, hat das Land jetzt bei dem global tätigen Immobiliendienstleister CBRE eine 500.000 Euro teure Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Ziel der Studie ist es laut Wirtschaftsministerium, mögliche Flächen in Baden-Württemberg zu identifizieren, auf denen der KI-Innovationspark errichtet werden könnte. Weiter erhofft sich das Ministerium Angaben dazu, wie ein tragfähiges Geschäfts- und Finanzierungsmodell aussehen könnte.
Studie soll in einem Jahr vorliegen
Die Studie soll spätestens in einem Jahr vorliegen. Dann will die Landesregierung über das weitere Vorgehen entscheiden. "Projekte dieser Dimension müssen extrem gut vorbereitet werden", sagt Hoffmeister-Kraut. Kommt die Studie zu einem positiven Ergebnis, will das Land zunächst mit einer Anschubfinanzierung den KI-Innovationspark fördern. Neben privaten Investoren erhoffe man dann auch auf Mittel der Standortkommune, des Bundes und der Europäischen Union. Hoffmeister-Kraut setzt auf eine zügige Umsetzung. "Wir müssen auch bei der Innovationspolitik noch mehr Tempo aufnehmen", sagt sie. Als Ziel gibt sie aus, dass sich der Innovationspark KI nach einer Anschubfinanzierung der öffentlichen Hand wirtschaftlich selbst tragen sollte.
Eröffnet der Park, wäre das für das Land ein weiterer großer Schritt, schließlich befindet sich mit dem Cyber Valley schon heute Europas größtes Forschungskonsortium im KI-Bereich in Tübingen. Dort hat sich zudem bereits Internet-Gigant Amazon angesiedelt - und will Ende 2021 ein neues Zentrum für die KI-Forschung beziehen.
Michael Schwarz
Chefkorrespondent Landespolitik
Michael Schwarz ist seit 2005 bei der Heilbronner Stimme. Landesregierung, Landtag, Parteien, Fraktionen, Politiker - Schwarz beobachtet rund um die Uhr die landespolitischen Akteure in Stuttgart und geht der Frage nach, ob diese einen guten Job machen.