Land bekennt sich zum Wilhelma-Modell

Stuttgart/Karlsruhe  Das Finanzministerium weist Kritik der Landesvereinigung Baden in Europa zurück: Die Finanzierung der Wilhelma soll bleiben.

Von Alexander Hettich
Land bekennt sich zum Wilhelma-Modell

Christmas Garden in der Wilhelma: Für die Landesvereinigung Baden ist der zoologisch-botanische Garten leuchtendes Beispiel der Ungerechtigkeit.

Foto: Hettich

Das Land hat Kritik am Finanzierungsmodell der Stuttgarter Wilhelma zurückgewiesen. Es werde weiter Landeszuschüsse für den zoologisch-botanischen Garten geben, betonte ein Sprecher des Finanzministeriums gegenüber unserer Redaktion.

Robert Mürb, Vorsitzender der Landesvereinigung Baden in Europa, hatte im Interview mit der Heilbronner Stimme gefordert, die Stadt Stuttgart solle die Wilhelma übernehmen und finanzieren. "Die Stadt Stuttgart hat den Zoo kostenlos, andere Städte finanzieren die Zoos alleine wie Heidelberg und Karlsruhe", sagte Mürb. Die Landesvereinigung hat nach eigenen Angaben 11.000 Mitglieder und sieht den badischen Landesteil in vielerlei Hinsicht benachteiligt, etwa bei den Ausgaben für Straßenbau und Kultur.

Mehr zum Thema: Das vollständige Interview mit Robert Mürb: "Baden wird ungerecht behandelt"

Als Symbol für angebliche Ungerechtigkeit steht die Wilhelma immer wieder im Fokus des Vereins. Laut Haushaltsplan beträgt der Landeszuschuss für den zoologisch-botanischen Garten 2018 und 2019 jeweils 4,5 Millionen Euro. Hinzu kommen pro Jahr 4,2 Millionen Euro für die Parkpflege, die das Land trägt.

"Wir werden uns aus der Finanzierung der Wilhelma nicht zurückziehen"

Das Finanzministerium weist die Forderung des Vereins zurück: "Wir werden uns aus der Finanzierung der Wilhelma nicht zurückziehen", teilte ein Sprecher auf Nachfrage unserer Zeitung mit. "Die Wilhelma gehört dem Land Baden-Württemberg. Mit dem etablierten Modell der Wilhelma, dem starken Fokus auf Artenschutz, als botanischer Garten ist ein Zuschuss des Landes nun mal notwendig."

Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin will die Einrichtung für neue Formate öffnen, die zusätzliche Einnahmen bringen. Das unterstrich er im Sommer gegenüber der Heilbronner Stimme. Teil dieses Konzepts ist auch die Lichtershow Christmas Garden, die derzeit in der Wilhelma zu sehen ist.

Für das Finanzministerium spielt es keine Rolle, ob Baden oder Württemberg

Von einer Ungleichbehandlung Badens könne keine Rede sein, heißt es aus dem Finanzministerium auf die Kritik der Landesvereinigung. "Für die Landesregierung ist entscheidend, wo es einen konkreten Bedarf gibt", so der Sprecher. "Wir sanieren eine Hochschule, ein Polizeipräsidium oder ein Finanzamt, wenn es nötig ist. Dabei spielt keine Rolle, ob es in der Region Baden, Württemberg oder Hohenzollern steht." Das gelte auch für Förderprogramme. Der Inhalt des Antrags sei entscheidend.

Die Landesvereinigung moniert unter anderem, dass bei Krankenhaus-Bauprogramm, Schul- und Städtebauförderung wesentlich weniger Geld in die Regierungsbezirke Karlsruhe und Freiburg, also in ehemals badisches Gebiet, fließe als in die Bezirke Stuttgart und Tübingen. Das Finanzministerium stellt die Zahlen nicht in Abrede. Diese zeigten aber nur einen Ausschnitt.

 


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