LKA-Chef zu Rechtsextremismus: «Aus Worten folgen Taten»

Stuttgart (dpa/lsw)  Rechtsextremisten in Baden-Württemberg greifen laut dem Präsidenten des Landeskriminalamts (LKA) vor allem mit Worten an. Physische Gewalt sei die Ausnahme. Das LKA schätze die Rechtsextremisten dennoch «nicht als ungefährlich» ein, sagte Ralf Michelfelder der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. «Aus Worten folgen Taten oder können Taten folgen.»

Hasspostings im Netz
Auf dem Bildschirm eines Smartpones sieht man eine Antwort eines Users auf einen Post von ZDF heute auf Twitter.

Zuspruch kann laut Michelfelder potenzielle Täter ermutigen. «Wenn sie das Gefühl haben, sie werden getragen von einer großen Masse an Leuten, die ihre Auffassung unterstützt, dann sind sie auch eher geneigt, zur Tat zu schreiten.» Verbale Attacken würden zudem immer brutaler und zielgerichteter. Während in früheren Jahren noch abstrakt gesprochen worden sei, beziehe man sich heute auf konkrete Personen und Personengruppen, sagte der LKA-Chef.

Laut Michelfelder hat das LKA eine eigene Inspektion für Rechts- und Linksextremismus, wobei der überdeutliche Schwerpunkt auf Rechts liege. «Es war und ist keinesfalls so, dass wir den Bereich Rechts vernachlässigen.» Seine Behörde beobachte in Baden-Württemberg etwa 25 Gruppierungen mit jeweils einer kleinen zweistelligen bis dreistelligen Anzahl von Mitgliedern.

Die rechte Szene sei im Zuge der verstärkten Migration nach Deutschland größer geworden. Sie hat Michelfelder zufolge mehr Zuspruch erhalten und es geschafft, Straftaten von Flüchtlingen für sich zu instrumentalisieren. «Wir sehen auch, dass die Szene insgesamt versucht, sich zu konzentrieren.»


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