Kritik wegen zwei Meldesystemen bei Intensivbetten

Stuttgart/Region  Die Krankenhausgesellschaft in Baden-Württemberg kritisiert, dass Kliniken in der Corona-Krise freie Intensivbetten an zwei Meldesysteme weitergeben müssen - vom Bund sowie vom Land. Hier sei ein gemeinsames Meldesystem effizienter, so die Krankenhausgesellschaft.

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Künftig soll in Bund und Land erfasst werden, wie viele Intensivbetten für Corona-Patienten zur Verfügung stehen. Foto: dpa

Die Krankenhausgesellschaft im Land kritisiert, dass die Krankenhäuser wegen des Coronavirus freie Intensivbetten an zwei Systeme melden sollen. "Leider müssen die baden-württembergischen Krankenhäuser aktuell zwei unterschiedliche Meldesysteme befüllen. Einerseits das Resource Board des Landes und andererseits das Intensivmeldeportal von Divi, in dem die Kapazitäten bundesweit erfasst werden", erklärt Hauptgeschäftsführer Matthias Einwag gegenüber der Heilbronner Stimme.

Der dringende Wunsch der Krankenhäuser sei, dass zwischen beiden Systemen "eine Schnittstelle geschaffen wird, so dass die Krankenhäuser ihre Kapazitäten nur einmal eingeben müssen".

Zwei Meldesysteme laufen parallel

Laut einem Verordnungsentwurf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sollen Kliniken künftig freie Intensivbetten täglich an ein zentrales, bundesweites Register melden. Parallel hat das Innenministerium in Baden-Württemberg vor wenigen Tagen ein sogenanntes Resource Board freigeschaltet, in dem die Krankenhäuser in Baden-Württemberg ihre Intensiv- und Beatmungskapazitäten melden sollen, damit schwerer erkrankte Personen behandelt werden können.

Engpässe drohen

Generell lobt Einwag das System in Baden-Württemberg. "Zum einen zeigt es an, in welchen Regionen sich Engpässe ankündigen. Zum anderen kann das Resource Board anzeigen, wenn die regionalen Versorgungsmöglichkeiten doch einmal erschöpft sein sollten", erklärt er. Es sei hilfreich, wenn mit einem Blick festgestellt werden könne, wie die Auslastung der Intensiv- und Beatmungskapazitäten im Südwesten aktuell sei, um eine schnelle Verlegung von Patienten mit dem Rettungsdienst zu organisieren.

 

 


Michael Schwarz

Chefkorrespondent Landespolitik

Michael Schwarz ist seit 2005 bei der Heilbronner Stimme. Landesregierung, Landtag, Parteien, Fraktionen, Politiker - Schwarz beobachtet rund um die Uhr die landespolitischen Akteure in Stuttgart und geht der Frage nach, ob diese einen guten Job machen.

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