Kriminologe gegen längere Verjährung bei Missbrauch

Heilbronn (dpa/lsw)  Der Tübinger Strafrechtler Jörg Kinzig lehnt eine längere Verjährungsfrist bei sexuellem Missbrauch ab. Für eine abschreckende Wirkung «liefert die kriminologische Forschung keine ausreichenden Belege», sagte der Kriminologe in einem Gespräch mit der «Heilbronner Stimme» (Dienstag).

Er räumte ein, dass Opfer oft erst nach zehn Jahren in der Lage seien, über den Missbrauch zu reden. «Doch scheinen mir die Nachteile bei einer Verlängerung der Verjährungsfrist zu überwiegen.» Denn jetzt würden einige belastete Patres den Missbrauch wenigstens zugeben. Das könnte anders sein, wenn die Taten nicht verjährt wären. Bislang liegt die Verjährungsfrist bei 10 Jahren, in besonders schweren Fällen bei 20 Jahren - gerechnet vom 18. Lebensjahr des Opfers an.


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