Kretschmann erinnert an Widerstandskämpfer Eugen Bolz

Stuttgart (dpa/lsw)  Eugen Bolz wusste von dem Attentat am 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler. Vor genau 75 Jahren wurde der Rottenburger deshalb hingerichtet.

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Winfried Kretschmann legt einen Kranz für Eugon Bolz nieder
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) legt am Denkmal für Eugen Bolz einen Kranz nieder.

Am 23. Januar 1945 wurde der frühere württembergische Staatspräsident und Widerstandskämpfer Eugen Bolz von den Nationalsozialisten hingerichtet. Genau 75 Jahre danach würdigte ihn Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Donnerstag als «aufrechten Menschen und überzeugten Parlamentarier». Bolz habe sich in seinem Handeln von Vernunft, Moral und seinem Gewissen leiten lassen, erklärte Kretschmann in Stuttgart.

Bolz habe gezeigt, was es heißt, unerschrocken für Freiheit, Menschenwürde und Recht einzustehen. «Auch heute wird unsere Demokratie von innen und außen angegriffen», betonte Kretschmann. Deshalb brauche es wieder Menschen, die Grundrechte und Ordnung «gegen die neuen Feinde der offenen Gesellschaft verteidigen - selbst wenn sie dadurch Hass und Anfeindungen ausgesetzt werden».

Die Landesregierung und die katholische Kirche erinnerten am Donnerstag mit einem Gottesdienst in Stuttgart und einer Gedenkmesse in Rottenburg am Neckar (Kreis Tübingen) an Bolz. Er gehörte zum Kreis der Eingeweihten um das Attentat auf Adolf Hitler, das am 20. Juli 1944 scheiterte. Wegen «Aufforderung zum Hochverrat und Feindbegünstigung» verurteilte ihn der Volksgerichtshof in Berlin am 21. Dezember 1944. Vollstreckt wurde das Todesurteil im Gefängnis Berlin-Plötzensee.


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